Chapter 1: Der Geruch in der Stille

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Part 1

💥 **Mein Vater inszenierte seine eigene Vergiftung mit Hilfe seiner Schwägerin und riskierte mein Leben – aber ich durchschaute sein falsches Spiel.**

Ich hatte gerade meiner Mutter am Telefon erzählt, dass Papa sehr, sehr müde aussah. Zwei Minuten später schrie ich in den Hörer, dass Papa und ich nicht mehr aufwachen würden.

Als Mama nach Hause stürmte, fand sie uns beide bewusstlos im Wohnzimmer, erfüllt von einem seltsamen chemischen Geruch. Die eintreffende Polizei fand einen versteckten Ersatzschlüssel und eine rätselhafte Notiz in der Garage. Bald darauf gestand Tante Anette, sie habe Papa „nur zum Schlafen bringen“ wollen – ein harmloser Streich, dachte sie. Aber ich war kein Zufall, und das ganze Haus barg ein viel dunkleres Geheimnis.

Ich wachte im Krankenhaus auf, der Kopf dröhnte, mein Hals kratzte vom Atmen durch diesen beißenden Geruch. Clara, meine Mutter, saß an meinem Bett, ihre Augen waren rot und geschwollen. Sie drückte meine Hand so fest, dass es wehtat.

“Mama, was ist passiert?”, flüsterte ich, meine Stimme war heiser.

Clara schluckte schwer. “Oh, Lena. Die Polizei war da. Sie haben uns gefunden. Uns beide. Papa war so blass.” Sie sprach hastig, als ob sie die Worte loswerden wollte. “Tante Anette… sie war es. Sie hat es gestanden.”

Ich versuchte, mich zu erinnern. Der Geruch. Papas regloser Körper. Es war alles so verschwommen. “Gestanden? Was denn?”

“Sie sagt, sie wollte Papa nur… ein bisschen ausbremsen”, erklärte Clara, ihre Stimme klang hohl. “Sie hat ihm etwas in den Tee getan, einen speziellen ‘Schlaf-Tee’, damit er ein wichtiges Geschäftstreffen verpasst.” Clara zog die Schultern hoch. “Sie dachte, es sei ein harmloser Streich. Sie war nur eifersüchtig auf seinen Erfolg. Und du… du warst nur versehentlich da.”

Clara starrte auf den Boden, als ob sie dort Antworten suchen würde. “Sie dachte wirklich, es wäre harmlos, Lena. Nur ein Mittel, um ihn ‘zum Schlafen zu bringen’, damit er nicht zu dem Treffen geht.”

“Ein ‘harmloser Schlaf-Tee’?”, wiederholte ich, der beißende Geruch schien sich wieder in meiner Nase festzusetzen. “Aber was war das für ein Geruch, Mama? Das war kein Tee. Das war etwas viel Schlimmeres, und ich war bestimmt kein Zufall.”

Part 2

Die Polizei schien Anettes Geschichte zu glauben. Herr Richter schloss den Fall schnell als „vorsätzliche Körperverletzung“ ab. Papa, der mittlerweile auch aus dem Krankenhaus entlassen wurde, sagte, er wolle keine weiteren Ermittlungen, um Tante Anette zu schonen. Mama war erleichtert, aber ich spürte eine wachsende Unruhe. Etwas stimmte nicht. Papa war zu ruhig, seine Vergebung wirkte aufgesetzt. Er schloss sich oft in seinem Arbeitszimmer ein.

Ich beobachtete ihn. Eines Nachmittags, als er kurz lüftete, schlich ich mich hinein. Hinter einem Bücherregal, versteckt hinter alten Akten, entdeckte ich einen kleinen, kodierten Notizblock. Mühsam entzifferte ich die ersten Zeilen. Da stand nichts von Geschäftstreffen oder eifersüchtigen Schwestern. Stattdessen las ich von immensen Schulden bei „Der Schatten“ und einem verzweifelten Plan, einen „Angriff“ auf sich selbst zu inszenieren, um Gläubiger zu täuschen und Versicherungsgelder zu kassieren.

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