Die Erkenntnis über die Garage-Notiz als Ablenkung verstärkte meinen Verdacht, dass der „versteckte Ersatzautoschlüssel“ ebenfalls eine Rolle in Markus’ Intrige spielte. Die Polizei hatte angenommen, er sei für Anette bestimmt gewesen, um ins Haus zu gelangen. Doch das passte nicht zu den Notizen und den verschlüsselten E-Mails.
Ich erinnerte mich an Markus’ Notiz in seinem Arbeitszimmer: „Schließfachschlüssel nicht vergessen. König belastet.“ Dieser Satz hallte in meinem Kopf wider. Es musste eine Verbindung geben.
Ich schlich mich erneut in Markus’ Arbeitszimmer. Die Notiz, die ich gefunden hatte, war noch in meiner Hosentasche. Ich wusste, dass ich jetzt sehr vorsichtig sein musste.
Ich suchte systematisch nach weiteren Hinweisen, die mit diesem „Schließfach“ zu tun haben könnten. Ich durchsuchte alte Kalender, Terminkalender und persönliche Notizbücher. Nichts.
Dann fiel mein Blick auf ein kleines, unscheinbares Kästchen aus Holz, das unter einem Stapel Rechnungen verborgen war. Es sah aus wie eine Souvenirkiste, die man aus einem Urlaub mitbringt.
Ich öffnete es vorsichtig. Darin lagen einige alte Münzen, ein paar ausländische Scheine und ein kleiner, vergilbter Papierstreifen. Auf dem Papierstreifen stand eine Adresse und eine Nummer: „Regionalbank, Filiale Weststadt, Schließfach Nr. 473.“
Mein Herz machte einen Sprung. Das war es! Die Adresse der Regionalbank und die Schließfachnummer. Es war nicht der Autoschlüssel, den die Polizei gefunden hatte, aber es war der Schlüssel zu einem weiteren Teil von Markus’ Geheimnis.
Ich holte den Ersatzschlüssel aus meiner Tasche, den die Polizei zurückgegeben hatte. Er war tatsächlich kein Haustürschlüssel. Er war kleiner, flacher, und hatte eine Nummer eingraviert. 473.
Es war eindeutig. Der Schlüssel war für dieses Schließfach bestimmt. Markus hatte nicht nur seine Notiz in der Garage platziert, um Anette zu belasten, er hatte auch diesen Schließfachschlüssel dort hinterlegt.
Die Polizei hatte angenommen, Anette hätte diesen Schlüssel benutzt, um ins Haus zu gelangen. Doch in Wirklichkeit war er Teil von Markus’ Plan gewesen, die Fiktion des „Angriffs“ zu untermauern und Herrn König zu belasten.
Ich stellte mir vor, wie Markus diesen Schlüssel absichtlich in der Garage versteckt hatte. Nicht, damit Anette ihn findet, sondern damit die Polizei ihn nach dem „Angriff“ findet. Ein weiterer „Beweis“, der seine Geschichte stützen sollte.
Diese Erkenntnis war wie ein Stich in die Brust. Jeder Schritt meines Vaters war kalkuliert, jede Geste eine Täuschung. Es war ein Netz aus Lügen, das er so sorgfältig gesponnen hatte, dass selbst die Polizei nicht dahinterkam.
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