Chapter 13: Die verborgene Bibliothek

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Die Luft im Haus Ehrenstein war noch kälter und dichter geworden, seit meinem letzten Besuch. Jeder meiner Schritte hallte durch die leeren Korridore, und das Knarren der alten Dielen klang wie ein Seufzen. Eva ging schweigend neben mir, ihre Hand umklammerte eine kleine Taschenlampe.

Wir waren auf dem Weg zur alten Bibliothek. Ich hatte das Gefühl, dass dort der Schlüssel zu Elisabeths Pakt lag.

Die Bibliothek war ein großer, düsterer Raum, der von hohen Bücherregalen gesäumt war, die bis zur Decke reichten. Der Geruch von altem Papier und Leder war hier noch intensiver.

Ich scannte die Regale. Tausende von Büchern, viele davon in altertümlichen Einbänden.

„Wir suchen nach allem, was mit Elisabeth von Ehrenstein zu tun hat“, sagte ich. „Tagebücher, Briefe, Aufzeichnungen.“

Wir begannen unsere Suche, jeder an einem Ende des Raumes. Die Stille wurde nur vom Rascheln der Seiten und dem leisen Knarren des Holzes unter unseren Füßen unterbrochen.

Nach einer Weile entdeckte ich etwas Ungewöhnliches. Hinter einer Reihe von schweren Folianten, die sich scheinbar nicht bewegen ließen, spürte ich eine Lücke.

Ich schob die Bücher beiseite, und dahinter kam eine kleine, verriegelte Holztür zum Vorschein. Sie war fast unsichtbar, perfekt in die Regalwand integriert.

„Eva!“, rief ich leise.

Eva kam herüber. Ihre Augen weiteten sich, als sie die versteckte Tür sah.

„Ein Geheimgang?“, flüsterte sie. „Das ist ja wie im Märchen.“

Ich untersuchte das Schloss. Es war ein altes, kompliziertes Mechanismus, der mit einem kleinen goldenen Schlüssel geöffnet werden musste.

Ich erinnerte mich an einen kleinen Schlüssel, den meine Großmutter mir als Kind geschenkt hatte. Sie hatte gesagt, er sei „der Schlüssel zu einem besonderen Ort“. Ich hatte ihn immer als Kinderspielzeug abgetan.

Ich griff in meine Tasche und holte den Schlüsselbund hervor. Daran hing der kleine Goldschlüssel.

Mit zitternden Fingern führte ich ihn ins Schloss. Es passte perfekt.

Ein leises Klicken, und die Tür schwang knarrend auf. Dahinter verbarg sich ein kleiner, staubiger Raum.

Es war eine Art verstecktes Archiv. Auf einem kleinen Tisch lag ein ledergebundenes Buch, von Motten zerfressen und von der Zeit gezeichnet.

„Das muss es sein“, flüsterte ich.

Ich trat in den Raum, Eva folgte mir. Die Luft war stickig und schwer.

Ich hob das Buch vorsichtig auf. Es war ein Tagebuch.

Auf der ersten Seite, in einer eleganten, schwungvollen Handschrift, stand: „Elisabeth von Ehrenstein. Beginnend im Jahre 1779.“

Mein Herz raste. Hier waren die Antworten.

Ich blätterte vorsichtig durch die Seiten. Die Schrift war Kurrent, aber ich war geübt darin, sie zu entziffern.

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