Chapter 13: Ein gewöhnlicher Sonntag

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Der darauffolgende Sonntag war ein Tag wie jeder andere. Die Sonne schien durch das Küchenfenster, ein leichter Wind wehte die Vorhänge ins Zimmer.

Jonas saß am Tisch und aß seine Cornflakes. Ich las die Sonntagszeitung, ein seltener Luxus in den letzten Monaten.

Mein Telefon vibrierte leise auf dem Tisch. Ich nahm es in die Hand.

Eine neue Nachricht. Der Absender: Gerhard Richter.

Ich öffnete sie.

“Die Heizung im Keller wurde heute gewartet”, stand dort. “Wünsche einen ruhigen Sonntag.”

Keine Emotion. Nur eine sachliche Information, wie man sie von einem guten Vermieter erwarten würde. Eine kleine, fast schon fürsorgliche Nachricht.

Ich las sie zweimal.

Ich lächelte leise. Es war keine Entschuldigung, wie sie vielleicht manch anderer erwartet hätte. Aber es war seine Art, Brücken zu bauen. Eine Geste des Respekts, ein Schritt in Richtung Normalität.

Ich tippte eine kurze Antwort.

“Vielen Dank für die Information. Ihnen auch einen ruhigen Sonntag.”

Ich legte das Telefon weg. Jonas blickte auf.

“Wer war das, Mama?”, fragte er, den Mund voller Cornflakes.

“Nur Herr Richter”, sagte ich. “Alles in Ordnung.”

Er nickte und widmete sich wieder seinem Frühstück.

Manchmal braucht es keine lauten Worte der Entschuldigung; die wahrhaftige Veränderung zeigt sich im leisen Handeln von morgen.

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