Chapter 13: Stefans Gewissensbisse

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Der vertuschte Beschwerdebrief und die Erkenntnis, dass mein Mann selbst Opfer von Konrads Machenschaften gewesen war, trieben mich an. Ich wusste, dass ich nun direkt handeln musste. Meine nächste Zielperson war Stefan, Konrads ältester Sohn und mein Schwager. Er hatte damals, vor 20 Jahren, Zeuge der Ereignisse sein müssen, auch wenn er geschwiegen hatte.

Ich arrangierte ein Treffen mit Stefan in einem kleinen, unauffälligen Café, weit weg von den Augen Konrads oder Katharinas. Die Atmosphäre war gespannt, als wir uns gegenübersaßen.

„Stefan“, begann ich leise, meine Stimme war ernst. „Ich muss mit dir über Konrads Vergangenheit sprechen. Über die Zeit vor 20 Jahren.“

Stefans Gesicht wurde augenblicklich bleich. Er rührte nervös in seinem Kaffee.

„Wovon redest du, Lena?“, fragte er, seine Stimme war dünn. „Das ist doch alles lange her.“

„Es geht um das Gutachten, das Konrad damals manipuliert hat“, sagte ich und legte den kopierten Beschwerdebrief von Dr. Weber auf den Tisch. „Es ging um einen Patienten namens Klaus Faber. Und es ging um eine erfundene, erbliche Krankheit.“

Stefans Augen weiteten sich, als er den Brief sah. Er schluckte schwer.

„Ich weiß, dass du damals davon wusstest“, fuhr ich fort. „Du warst damals schon älter, du hast Dinge mitbekommen. Konrad hat dich zum Schweigen gezwungen.“

Ich beobachtete ihn genau. Seine Hände zitterten leicht, als er versuchte, den Blickkontakt zu vermeiden.

„Es geht um Leo, Stefan“, sagte ich, und appellierte an seine Moral. „Konrad versucht jetzt dasselbe mit uns. Er inszeniert eine Krankheit, er manipuliert Dokumente. Er will Leos Erbe an sich reißen.“

„Du hast eine Verantwortung ihm gegenüber“, sagte ich, meine Stimme war sanft, aber bestimmt. „Du kannst nicht wieder schweigen.“

Stefan rang sichtlich mit sich. Er fuhr sich mit einer zitternden Hand durch die Haare. Sein Blick war gequält.

„Er… er hat mich bedroht“, murmelte er schließlich, seine Stimme war kaum hörbar. „Er hat gedroht, mich aus der Firma zu werfen. Meine Karriere zu ruinieren.“

Er hob den Kopf, seine Augen waren voller Verzweiflung. „Er hat dieses Spiel schon immer gespielt, Lena. Immer.“

„Ich… ich war damals Zeuge, ja“, gestand Stefan schließlich, die Worte schienen ihm schwer über die Lippen zu kommen. „Ich habe gesehen, wie er die Akten gefälscht hat. Wie er meinen Bruder unter Druck gesetzt hat.“

Mein Herz klopfte schneller. Das war das Geständnis, das ich brauchte. Ein Zeuge aus der Familie selbst.

„Er hat meinem Bruder eine erfundene Krankheit angedichtet“, fuhr Stefan fort, seine Stimme wurde lauter, fast panisch. „Um ihn zu zwingen, ihm die Kontrolle über sein Erbe zu geben. Er hat ihm gesagt, dass er sonst… sterben würde.“

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