Mein Mann verbot mir wegen eines schlichten Kleides die Firmenfeier, bis ein Milliardär eine alte Kette erkannte und sein Geheimnis ans Licht zerrte.
Einen Monat später fuhren Lena und Anna gemeinsam in den Hunsrück, zu den Ruinen der alten Richter-Burg. Die abgelegene, malerische Stätte lag tief in den Wäldern, moosbewachsene Mauern ragten still in den Himmel. Es war ein stiller Morgen, nur das Rauschen der Blätter und das Zwitschern der Vögel waren zu hören, als wir den Pfad betraten, den Kensingtons Karte uns gewiesen hatte.
Wir durchstreiften schweigend die Überreste der Burg.
Lena trug die Halbsonnenkette um den Hals, ihr Blick war nachdenklich.
Anna hatte ihr Tablet dabei, darauf alte Pläne der Burg, die sie gefunden hatte.
„Hier muss der alte Rittersaal gewesen sein“, flüsterte Anna und zeigte auf eine umgestürzte Mauer.
Lena nickte, ohne die Augen von den moosbewachsenen Steinen abzuwenden.
„Und hier der Turm, wo die ‚Sonnenkinder‘ ihre Rituale abhielten, laut den alten Legenden.“
Ein sanfter Wind fuhr durch meine Haare, während ich die kühle Energie der alten Steine spürte. Es war eine tiefe Ruhe, die mich umfing, aber auch eine anhaltende Frage in meinem Herzen. Ich wusste, dass meine Reise gerade erst begonnen hatte.
Ich setzte mich auf einen umgestürzten Stein, die Hand auf der Kette.
Anna rückt ihren Rucksack zurecht und schlägt ein altes Buch auf, das sie gefunden hat – es ist ein handgeschriebener Text über die Sagen der Sonnenkinder.
Lena lächelt.
Die stillste Wahrheit hat oft die stärkste Kraft, das Vergessene neu zu formen und einen unerwarteten Weg zu ebnen.
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