Chapter 2: Die 250.000-Euro-Forderung

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Die Nachricht, dass Eva Brandl ihre PR-Maschinerie angeworfen hatte, um mein Leben zu zerstören, hatte sich wie ein eiskalter Schock angefühlt. Doch die eigentliche Welle der Verzweiflung überrollte mich, als Frau Becker, meine Anwältin, die neuen Details von Dr. Kohls Vorgehen schilderte. Wir saßen in ihrem kleinen, ordentlichen Büro, der Duft von altem Papier lag in der Luft.

Ihr Blick war ernst, als sie einen Umschlag auf den Tisch schob.

„Frau Richter”, begann Frau Becker, ihre Stimme war ruhig und bestimmt, doch ich spürte eine untergründige Spannung. „Dr. Kohl hat Evas Drohung wahr gemacht.”

Mein Herz zog sich zusammen. Ich wusste, dass es schlimm werden würde, aber ich war nicht auf das vorbereitet, was als Nächstes kam.

„Er hat eine Gegenklage eingereicht”, fuhr sie fort. „Wegen Verleumdung und Belästigung Ihrerseits.”

Ein Zittern durchlief meinen Körper. Eine Gegenklage war zu erwarten gewesen, doch die genaue Summe blieb unausgesprochen. Ich spürte, wie sich eine kalte Faust um meine Brust legte, bevor sie die nächste, noch verheerendere Information aussprach.

„Die Forderung beläuft sich auf zweihundertfünfzigtausend Euro.”

Die Zahl hing schwer in der Luft, ein gewaltiger, erdrückender Betrag. Mein Atem stockte, meine Hände ballten sich unwillkürlich. Ich konnte es kaum glauben.

„Zweihundertfünfzigtausend Euro?”, wiederholte ich, meine Stimme war nur ein Flüstern.

Ich sah sie an, meine Augen suchten nach einem Zeichen, dass sie sich versprochen hatte, dass es ein Missverständnis war. Doch Frau Beckers Blick blieb fest, unnachgiebig.

Sie nickte langsam. „Genauso ist es, Frau Richter. Dr. Kohl fordert eine Viertelmillion Euro Schadensersatz für den angeblichen Rufschaden und die emotionale Belastung, die Sie Dr. Brandl zugefügt haben.”

Eine Viertelmillion. Der Betrag sprengte alles, was ich besaß, alles, was ich je in meinem Leben besessen hatte. Ich hatte als Kindergärtnerin immer ein bescheidenes Leben geführt, sparsam, ja. Doch diese Summe war absurd, eine reine Machtdemonstration.

Ich schluckte schwer. „Aber das … das ist unmöglich. Ich habe das Geld nicht.”

Mein Blick schweifte durch ihr Büro, über die gut gefüllten Aktenregale, die Zeugnisse ihrer jahrelangen Arbeit. Mir wurde klar, dass ich in eine Arena gezerrt worden war, in der die Regeln von ganz anderen Kalibern bestimmt wurden. Eva wollte mich nicht nur zum Schweigen bringen, sie wollte mich ruinieren, mich bis auf den letzten Euro ausbluten lassen.

Frau Becker lehnte sich in ihrem Stuhl zurück. „Ich weiß, Frau Richter. Und genau das ist Evas Ziel.”

Sie machte eine kurze Pause, um mir Zeit zu geben, die Information zu verarbeiten. Der Schock saß tief, bis in meine Knochen. Ich spürte, wie meine Stirn feucht wurde.

„Sie will Ihnen Angst einjagen”, erklärte sie dann weiter. „Sie will, dass Sie aufgeben, dass Sie Ihre Klage zurückziehen und sich öffentlich entschuldigen. Und sie will, dass Sie dafür bezahlen, und zwar teuer.”

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