Chapter 2: Die heimliche Vereinbarung

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Mein Herz hämmerte in meiner Brust, ein wilder, unregelmäßiger Rhythmus, der jeden Gedanken zu übertönen drohte. Ich stand wieder in meiner Wohnung in Berlin, die Koffer noch ungeöffnet im Flur, obwohl wir erst vor wenigen Stunden gelandet waren. Die geplanten Flitterwochen waren jäh beendet, der Traum von einem neuen Anfang zerbrochen.

Julian saß mir im Wohnzimmer gegenüber, auf dem cremefarbenen Ledersofa, das meine Mutter für uns ausgesucht hatte. Sein Gesicht war eine Maske aus kühler Fassungslosigkeit. Ich hatte ihm gerade die Geschichte von Lena und Mia erzählt, die unglaubliche Begegnung am Flughafen und die schmerzhafte Erkenntnis, dass ich eine Tochter hatte.

“Das ist doch absurd, Markus”, sagte er, seine Stimme ungewöhnlich ruhig.

“Lena ist bekannt dafür, dass sie dramatisch ist.”

Er lehnte sich zurück und verschränkte die Arme vor der Brust, seine Miene verriet nichts. Ich sah die kühle Berechnung in seinen Augen, eine Vertrautheit, die mir erst jetzt wirklich bewusst wurde.

“Absurd?”

Meine Stimme zitterte vor Unglauben.

“Julian, sie hat ein Kind. Ein Kind, das genau aussieht wie ich.”

“Und das beweist was?”, fragte er kühl.

“Lena war schon immer eine Opportunistin.”

“Sie war meine Freundin, Julian!”

“Sie war eine Ablenkung”, korrigierte er mich scharf.

“Eine Belastung für deine Zukunft in der Firma.”

Ich spürte, wie meine Hände sich zu Fäusten ballten. Die Wut, die ich seit der Begegnung mit Lena unterdrückt hatte, begann in mir aufzusteigen. Ich hatte die Nacht durchgemacht, im Flugzeug keinen Schlaf gefunden, immer wieder die winzige Mia vor meinem inneren Auge gesehen.

“Wie kannst du das sagen?”, fragte ich.

“Du weißt, was sie mir bedeutet hat.”

Julian verzog das Gesicht, als hätte ich ihm etwas Unangenehmes vorgeworfen. Er stand auf und ging zum Fenster, blickte hinaus auf die Dächer Berlins. Die Sonne ging gerade über der Stadt unter und tauchte alles in ein sanftes Orange.

“Sie hat dich von deinem Weg abgebracht”, sagte er ohne sich umzudrehen.

“Von dem Weg, den Vater und Mutter für dich vorgesehen hatten.”

Er sprach, als wäre das Schicksal besiegelt und unabänderlich. Es war diese alte Leier, die ich so oft gehört hatte, wenn es um meine Beziehung zu Lena ging – immer wieder die Betonung der “Familienpflicht” und der “Unternehmenszukunft”.

“Das war unsere Entscheidung, nicht ihre”, entgegnete ich.

“Und nicht deine, Julian.”

Er drehte sich langsam um, seine Augen trafen meine. Ein kalter Ausdruck lag darin, den ich selten bei meinem Bruder gesehen hatte. Es war nicht nur Ärger, es war etwas Tiefes, fast Bedrohliches.

“Du hast unsere Eltern überzeugt, diese Ehe mit Sophie einzugehen”, sagte ich leiser.

“Du hast ihnen eingeredet, dass es das Beste für die Firma ist.”

Julian lachte kurz, ein trockenes, spottendes Geräusch.

“Ich habe nur die Realität ausgesprochen.”

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