Chapter 2: Die Wahrheit im Lederkoffer

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Das Geheimnis im Koffer: Mein Mann baute sein Imperium auf einer Jahrzehnte alten Lüge auf, die mein Sohn enthüllte.

Chapter 1: Das Manuskript des Sohnes

Chapter 2: Die Wahrheit im Lederkoffer

Chapter 3: Das blutige Band

Chapter 4: Der Schatten des Notars

Chapter 5: Die schwindende Realität

Chapter 6: Die öffentliche Abrechnung

Chapter 7: Der zerfallene Thron

Chapter 8: Die Bibliothek des Lebens

Meine Hände zitterten, als Lukas den kleinen Hebel in der Vertäfelung drückte. Es war ein fast unhörbares Klicken.

Ein schmales Fach, perfekt getarnt in der Eichenholzverkleidung hinter Klaus’ Schreibtisch, sprang auf. Darin lag er: ein abgenutzter Lederkoffer. Derselbe, den Lukas bei seiner Ankunft abgestellt hatte. Ein Schaudern lief mir über den Rücken. Die Luft in Klaus’ Büro schien plötzlich dünn zu werden, schwer von den Geheimnissen, die dieser Koffer birgt.

„Da ist er“, flüsterte Lukas. Seine Stimme war belegt, eine Mischung aus Triumph und Anspannung.

Ich nickte stumm. Mein Blick wanderte zum Türspalt. Jedes Geräusch im Verlag, jeder Schritt auf dem Gang, ließ mein Herz pochen. Was taten wir hier?

„Hilf mir“, sagte Lukas leise und streckte die Hand aus. Er zog den Koffer vorsichtig heraus.

Der Geruch von altem Leder und vergilbtem Papier erfüllte den kleinen Raum, als Lukas den Koffer auf dem Teppich öffnete. Ich kniete mich neben ihn.

Er hatte Recht. Es war nicht nur *ein* alter Brief. Ein ganzes Bündel cremefarbener Umschläge lag darin, zusammengehalten von einem verfärbten Gummiband. Die Schrift auf den Umschlägen war mir sofort vertraut. Klaus’ Handschrift.

„Das ist es also“, murmelte Lukas. Er hob das oberste Bündel an. „Sie sind jahrzehntealt.“

Ich spürte, wie die Kälte in meinen Magen wanderte. Ich sah die Jahreszahlen auf den Stempeln einiger Umschläge: späte 80er, frühe 90er. Die Gründungszeit des Verlags „Bergmann & Söhne“. Ich hatte Klaus damals bewundert, wie er mit so viel Energie und Vision sein Lebenswerk aufbaute. Jetzt verstand ich, dass ich blind gewesen war.

Lukas löste das Gummiband und zog den ersten Brief heraus. Er entfaltete ihn behutsam.

Ich beugte mich vor. Die Tinte war leicht verblasst, aber die Worte waren klar. Es war ein Schriftwechsel, keine Notizen.

„‚Sehr geehrter Herr Voss…‘“, las Lukas mit stockender Stimme.

„Voss?“, fragte ich. Der Name sagte mir etwas, aber ich konnte ihn nicht sofort zuordnen. Ein alter Geschäftspartner, vielleicht? Klaus hatte im Laufe der Jahre viele gehabt.

„Martin Voss“, ergänzte Lukas, während er weiter las. „Er war Klaus’ ursprünglicher Partner, erinnere ich mich. Der Name tauchte in meinem Manuskript auf. Aber ich konnte nie die genaue Verbindung finden.“

Er reichte mir den ersten Brief. Es war ein formelles Schreiben von Klaus, gespickt mit juristischen Fachbegriffen. Es ging um Anteile, um eine Neubewertung des Verlags, um eine „notwendige Umstrukturierung“. Aber der Ton… er war kalt.

„Er hat ihn schon damals unter Druck gesetzt“, flüsterte ich. „Dieser ganze Jargon… Klaus hat das immer benutzt, wenn er jemanden loswerden wollte, ohne dass es nach seiner Schuld aussah.“

Lukas nickte. Er war bereits beim nächsten Brief. „Hier ist die Antwort von Voss. Er klingt verzweifelt. Er bittet um eine zweite Chance, um eine Klärung.“

Ich las über seine Schulter mit. Voss sprach von seiner „unerschütterlichen Loyalität“, von der „gemeinsamen Vision“, die sie für den Verlag hatten. Mein Blick fiel auf eine handschriftliche Notiz am Rand, diesmal nicht von Klaus, sondern von einer anderen Hand. „Alles nur Ausreden, Klaus. Er versucht, sich herauszuwinden.“

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