Chapter 4: Bastis Doppelspiel

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Wenige Tage später begannen die ersten seltsamen Anrufe und Nachrichten bei Anja und mir einzutreffen. Nicht von Markus direkt, aber von gemeinsamen Bekannten, von denen wir dachten, sie stünden uns nahe. Es waren harmlose Nachrichten auf den ersten Blick, aber die Fragen darin waren subtil und durchdringend.

„Hey Lena, alles okay bei dir? Hab gehört, du machst gerade eine schwere Zeit durch.“

„Anja, ich hab gehört, Lena soll etwas durcheinander sein? Markus macht sich große Sorgen um sie.“

Es war Markus’ Werk, keine Frage. Er versuchte, meine Glaubwürdigkeit zu untergraben, mich als emotional instabil darzustellen. Es war eine perfide Taktik, die darauf abzielte, mich als diejenige zu diskreditieren, die die Kontrolle verloren hatte.

„Das ist Bastis Arbeit“, sagte Anja wütend, als sie eine weitere Nachricht las.

„Markus hat ihn losgeschickt, um Informationen zu sammeln und seine Lügen zu verbreiten.“

Basti, Markus’ Cousin, war ein gutmütiger, aber auch naiver Kerl. Er sah in Markus immer ein Idol, einen großen Bruder, der ihn förderte. Die Vorstellung, dass Markus ihn jetzt benutzte, um Lügen über mich zu streuen, war eine weitere Schicht der Grausamkeit. Er spielte mit Bastis Loyalität, genau wie er mit meinen Gefühlen gespielt hatte.

Frau Dr. Lorenz hatte mich auf so etwas vorbereitet.

„Markus wird versuchen, Ihre soziale Stellung zu untergraben“, hatte sie erklärt.

„Er will, dass niemand Ihnen glaubt, wenn Sie Ihre Geschichte erzählen. Und er wird jeden nutzen, der ihm auch nur den geringsten Vorteil verschafft.“

Der Gedanke, dass Basti meine alte Wohnung durchsuchte, möglicherweise meine persönlichen Gegenstände in die Hand nahm, war eine schmerzhafte Verletzung meiner Privatsphäre. Ich stellte mir vor, wie er durch meine Sachen wühlte, auf der Suche nach ‚Beweisen‘ für Markus’ wahnwitzige Behauptungen. Es war ein tief persönlicher Eingriff in mein Leben, eine physische Manifestation seiner anhaltenden Kontrolle.

„Ich habe das Gefühl, er ist überall“, sagte ich zu Anja, meine Stimme war belegt von einer neuen Paranoia.

„Es fühlt sich an, als würde ich gejagt.“

Anja umarmte mich fest.

„Wir passen auf dich auf. Er findet dich hier nicht.“

Trotzdem war die Angst allgegenwärtig. Jeder Blick auf mein Handy, jeder unbekannte Anruf ließ mein Herz rasen. Es war die konstante Bedrohung, dass Markus durch seine unwissenden Gehilfen, wie Basti, meine neue Zuflucht finden könnte.

In der Zwischenzeit arbeitete Frau Dr. Lorenz unermüdlich im Hintergrund. Sie hatte einen Antrag auf vorläufigen Unterhalt für mich und das Kind eingereicht. Es war ein wichtiger Schritt, um meine finanzielle Abhängigkeit von Markus endgültig zu beenden.

„Ich habe auch einen Eilantrag gestellt, um seine Versuche, auf Ihre Konten zuzugreifen, dauerhaft zu unterbinden“, informierte sie mich am Telefon.

„Wir müssen jede Möglichkeit blockieren, wie er Sie finanziell unter Druck setzen könnte.“

Diese rechtlichen Schritte gaben mir ein kleines Gefühl der Kontrolle zurück, einen Hauch von Hoffnung, dass ich nicht völlig wehrlos war. Es war wie ein Schild, das Frau Dr. Lorenz zwischen mich und Markus stellte, um seine Angriffe abzuwehren.

Aber die mentalen Angriffe hörten nicht auf. Ein alter Nachbar, Herr Meier, den ich kaum kannte, rief meine Mutter an. Er erzählte ihr, dass er Basti vor meiner alten Wohnung gesehen habe, wie er versucht hatte, mit einem Schlüsseldienst die Tür zu öffnen, weil er angeblich einen Wasserrohrbruch vermutete. Herr Meier war misstrauisch geworden und hatte Basti abgewiesen.

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