Dr. Lena Meier deckt auf, wie ihr Mann sie um 86.000 Euro betrog, während sie mit ihrem Kind schwanger war.
Wenige Wochen später saßen wir wieder vor Gericht.
Die Atmosphäre war spürbar eisiger als zuvor.
Markus’ Anwalt, Herr Dr. Müller, ein scharfzüngiger und arroganter Mann, wies alle meine Betrugsvorwürfe vehement zurück.
„Frau Dr. Meier leidet offensichtlich unter einer erheblichen emotionalen Instabilität“, begann Herr Dr. Müller, seine Stimme war kühl und herablassend.
„Die plötzliche Scheidungsforderung, gefolgt von der angeblichen Schwangerschaft und nun diesen bizarren Anschuldigungen… Es ist die Hysterie einer verlassenen Frau, die versucht, finanziellen Vorteil aus einer gescheiterten Ehe zu ziehen.“
Ich schnappte nach Luft.
Hysterie.
Emotional instabil.
Die Worte, die Markus über mich im Krankenhaus verbreitet hatte, fanden nun ihren Weg in den Gerichtssaal.
Markus selbst saß regungslos neben seinem Anwalt, sein Blick war ausdruckslos, doch ich spürte seine Genugtuung.
Herr Wolf sprang sofort auf.
„Euer Ehren, diese persönlichen Angriffe sind irrelevant und unbegründet! Meine Mandantin hat stichhaltige Beweise für finanzielle Ungereimtheiten vorgelegt!“
Der Richter hob eine Hand.
„Wir werden die finanziellen Fragen zu gegebener Zeit behandeln, Herr Wolf. Im Moment geht es um die Scheidung und die damit verbundenen Umstände.“
Herr Dr. Müller grinste hämisch.
Dann folgte der Schlag, den ich bereits befürchtet hatte.
„Des Weiteren, Euer Ehren, beantragen wir im Namen meines Mandanten, Herrn Richter, die Aberkennung der Vaterschaft für das von Frau Dr. Meier erwartete Kind.“
Ein Raunen ging durch den kleinen Gerichtssaal.
Meine Hände umfassten meinen Bauch.
Ein Schmerz durchzuckte mich, als würde ich einen direkten Schlag auf mein ungeborenes Kind erhalten.
„Herr Richter ist der festen Überzeugung“, fuhr Herr Dr. Müller fort, „dass Frau Dr. Meier während der Ehe eine Affäre hatte. Ihr emotionaler Zustand und ihre plötzlich erklärte Schwangerschaft, die zeitlich perfekt mit ihrer Scheidungsforderung korreliert, untermauern diese Annahme.“
Er drehte sich zu Markus um, der nun ein gequältes Gesicht aufsetzte.
„Herr Richter möchte nicht für ein Kind aufkommen, dessen Vater er womöglich nicht ist. Er möchte Klarheit.“
Mir wurde heiß und kalt.
Eine Affäre?
Das war eine weitere, abscheuliche Lüge.
Ich hatte Markus nie betrogen.
Ich hatte ihm mein Herz, mein Geld, mein ganzes Vertrauen geschenkt.
„Das ist eine absurde Verleumdung!“, rief ich, ohne mich beherrschen zu können.
Herr Wolf legte mir schnell eine Hand auf den Arm.
„Euer Ehren, dies ist ein durchsichtiger Versuch, Unterhaltszahlungen zu entgehen! Markus Richter ist der Vater!“
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