Chapter 4: Die bedingte Zuwendung

#content-1

After two years in prison for a crime my husband framed me for, I was released to find him lauded as a saint. My revenge would be silent but devastating.

Chapter 1: Die Schatten der Wahrheit

Chapter 2: Der versteckte Passus

Chapter 3: Das Schweigen des Notars

Chapter 4: Die bedingte Zuwendung

Chapter 5: Die versteckten Quittungen

Chapter 6: Das Urteil im Gerichtssaal

Chapter 7: Die leeren Hände

Chapter 8: Drei Tage später

Lena verbrachte die nächsten Tage damit, sich durch jede Ecke der Aufzeichnungen zu graben, die Werners Vater Notar Richter anvertraut hatte. Die hohe Beratungsgebühr war nur der Anfang. Es musste mehr geben.

Sie suchte nach einem spezifischen, separaten Dokument, das die Fußnote detaillierter erklärte.

Sie kontaktierte andere Notare, die mit Richters Kanzlei zusammengearbeitet hatten, unter dem Vorwand einer Routineanfrage.

Niemand schien von einem solchen Zusatzdokument zu wissen.

Doch Lena wusste, dass solche Papiere nicht verschwanden. Sie wurden nur gut versteckt.

Nach einer langen, schlaflosen Nacht des Suchens stieß sie endlich auf eine alte, kaum leserliche Korrespondenz zwischen Werners Vater und Notar Richter. Sie war in einem unscheinbaren Unterordner abgelegt, der mit „Persönlich – Vertraulich“ gekennzeichnet war.

Als Lena das Schreiben fand, spürte sie ein Adrenalinrausch.

Sie rief mich sofort an und bat mich, ins Büro zu kommen.

Ich eilte zu ihr, meine Nerven waren gespannt.

Als ich ankam, saß Lena an ihrem Schreibtisch, ein vergilbtes Dokument in ihren Händen.

Ihre Augen glänzten vor Aufregung.

„Ich habe es gefunden, Mama“, sagte sie, ihre Stimme war kaum mehr als ein Flüstern.

„Die detaillierte Klausel.“

Sie schob das Dokument über den Tisch.

Ich beugte mich vor und las. Meine Augen huschten über die sorgfältig formulierten Sätze.

Es war ein detaillierter Zusatz zum Erbvertrag, der eine Summe von 2 Millionen Euro für „die medizinische Versorgung und zukünftige Bildung des Kindes, Anna Brandt“ vorsah.

Doch der entscheidende Passus kam danach.

„Im Falle des vorzeitigen Versterbens des Kindes vor Vollendung des 18. Lebensjahres, und sofern nachweislich die Unterstützung durch den zweiten Elternteil verweigert wurde, ist diese Summe an die primäre Bezugsperson des Kindes auszuzahlen.“

Ich starrte auf die Worte, mein Atem stockte in meiner Brust.

Zwei Millionen Euro.

Und die Bedingung: „nachweislich die Unterstützung durch den zweiten Elternteil verweigert wurde.“

Mir wurde übel.

„Das ist es, Mama“, sagte Lena, ihre Stimme klang jetzt ernster.

„Dein Vater hat damals schon geahnt, dass Werner ein Problem mit Geld haben könnte, wenn es um Annas Wohl geht.“

Ich erinnerte mich an die endlosen Diskussionen mit Werner.

„Er hat immer gesagt, er würde alles bezahlen“, flüsterte ich, meine Augen waren feucht.

„Aber er hat nie die vollen Rechnungen beglichen.“

Der Schmerz, der mich durchfuhr, war nicht nur der Verlust meiner Tochter, sondern die kalte, harte Erkenntnis des Verrats.

Werner hatte sich immer als der fürsorgliche Vater inszeniert, der für Annas teure medizinische Behandlungen aufkam.

Aber die Wahrheit war, dass er die meisten Rechnungen nur zur Hälfte bezahlt hatte, die ausstehenden Beträge mir angelastet hatte, während ich verzweifelt versuchte, die Differenz aufzubringen.

You May Also Like

More From Author

+ There are no comments

Add yours