Ihre Kette entlarvt 30-jähriges Geheimnis auf Mafia-Feier – Ehemanns Karriere zerstört
Ich verstand Hauptkommissarin Schneiders Dilemma. Sie brauchte mehr als nur Vermutungen.
Ich wusste, ich musste Ludwig Gruber selbst konfrontieren. Ohne Beweise war ich nur eine „psychisch instabile“ Ehefrau.
Greta unterstützte meinen Plan, auch wenn sie besorgt war.
„Sei vorsichtig, Lena“, warnte sie mich.
„Dieser Mann hat dreißig Jahre lang geschwiegen. Er wird nicht einfach auspacken, weil du ihn nett fragst.“
Ich wusste, sie hatte recht. Ich brauchte einen Hebel.
Die Kette. Und die Ungereimtheiten in den alten Unterlagen.
An einem verregneten Nachmittag fuhr ich nach Spandau. Die Adresse, die Schneider mir informell genannt hatte, führte mich zu einer großen, etwas heruntergekommenen Villa.
Ein Zaun mit rostigen Spitzen umgab das Grundstück. Der Garten war verwildert.
Ich klingelte. Lange.
Schließlich öffnete sich die Tür einen Spaltbreit. Ein alter Mann blickte mich misstrauisch an.
Sein Gesicht war fahl und von tiefen Falten durchzogen, seine Augen müde und ängstlich.
Ludwig Gruber.
„Ja bitte?“, seine Stimme war krächzend.
„Herr Gruber, mein Name ist Lena Richter“, begann ich.
„Ich bin hier wegen eines Brandes, der vor dreißig Jahren in meinem Geburtsort passiert ist. Sie waren damals der Versicherungsprüfer.“
Seine Augen weiteten sich. Er wollte die Tür zuschlagen, aber ich hielt meinen Fuß dagegen.
„Ich weiß, dass Sie damals den Bericht gefälscht haben“, sagte ich leise, aber bestimmt.
„Und ich weiß, dass es um diese Kette geht.“
Ich zog die Halbmondkette unter meinem Pullover hervor. Ihr silbernes Glänzen im dämmrigen Flur schien ihn zu blenden.
Er sank in sich zusammen, als hätte ich ihm die Luft aus den Lungen gepresst.
„Kette… welche Kette? Ich weiß von keiner Kette“, flüsterte er.
Seine Hände zitterten.
„Kommen Sie herein“, sagte er schließlich, seine Stimme kaum hörbar.
Die Wohnung war überladen, stickig. Alte Möbel, verstaubte Bücher, Stapel von Papieren überall. Ein Geruch von Moder und Krankheit hing in der Luft.
Wir saßen uns in einem kleinen Salon gegenüber. Das Licht war schummrig.
Ich legte die Kette auf den Tisch zwischen uns. Sie schimmerte kalt.
„Sie haben viel Geld bekommen, Herr Gruber. Von Klaus Webers Vater. Um den Brand als Unfall zu deklarieren. Um das Grundstück schnell für die Groß Bau GmbHs Vorgänger freizumachen.“
Er schluckte schwer. Seine Hände rieben sich nervös über seine Hose.
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