Nach dem Rückschlag mit Richters leerem Notizbuch und der verhängnisvollen Unterschrift meiner Mutter war ich verzweifelt. Wir brauchten etwas Konkretes, etwas, das Richters Lügen untermauerte und Frau Meiers Beteiligung beweisen würde. Plötzlich erinnerte ich mich an einen alten, vergessenen Raum im Keller des Gemeinschaftshauses. Ein Abstellraum, der seit Jahren nicht mehr benutzt worden war.
Dort stand ein alter Computer, der schon seit Ewigkeiten nicht mehr in Betrieb war. Niemand würde ihn vermissen.
Ich teilte Herrn Klaus meine Idee mit. Er war zuerst skeptisch.
“Ein alter Computer? Was sollen wir da schon finden, Elara? Wahrscheinlich nur Staub und alte Spiele.”
Aber ich war hartnäckig. Es war unsere letzte Hoffnung.
Wir schlichen uns erneut in der Nacht in das Gemeinschaftshaus. Der Abstellraum war zugemüllt, voller verstaubter Kisten und vergessener Gegenstände. In einer Ecke, unter einer alten Plane, stand der klobige, graue Computer. Er sah aus, als wäre er aus einem anderen Jahrhundert.
Herr Klaus zog die Plane weg. Der Staub wirbelte auf, und ich musste husten.
“Na schön”, sagte er, “versuchen wir es. Aber ich mache mir keine großen Hoffnungen.”
Wir schleppten den Computer in einen kleineren, weniger sichtbaren Raum, wo wir uns sicherer fühlten. Es dauerte eine Ewigkeit, das Ding überhaupt zum Laufen zu bringen. Es gab ein lautes Summen und Knistern, dann erschien endlich der Startbildschirm. Das Betriebssystem war veraltet, die Oberfläche unübersichtlich.
Ich begann, die Festplatte zu durchsuchen. Alte Dokumente, Fotos von Gemeinschaftsfesten vor vielen Jahren, veraltete Programme. Nichts, was uns weiterhalf. Herr Klaus wurde unruhig.
“Vielleicht sollten wir aufgeben”, sagte er. “Es ist zu gefährlich, und wir finden nichts.”
Doch ich spürte eine innere Stimme, die mich antrieb. Ich suchte nach versteckten Verzeichnissen, nach gelöschten Dateien, nach allem, was nicht ganz normal aussah. Ich erinnerte mich an einen Artikel, den ich einmal über Datenrettung gelesen hatte. Es gab Software, die angeblich gelöschte Dateien wiederherstellen konnte.
Ich suchte nach einem solchen Programm auf dem alten Rechner. Und tatsächlich, ich fand eine alte Version eines Finanzprogramms, das seltsam versteckt war, fast unsichtbar in einem Unterverzeichnis. Es war nicht installiert, aber die Installationsdateien waren noch da.
“Was ist das?”, fragte Herr Klaus, der über meine Schulter spähte.
“Ein Finanzprogramm”, sagte ich, meine Augen waren auf den Bildschirm geheftet. “Und es sieht so aus, als ob es absichtlich versteckt wurde.”
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