Chapter 10: Die angespannte Stille

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Dr. Richter lud mich zur Firmen-Gala ein, um mich zu demütigen, aber sie wusste nicht, dass ich das Beweismittel für ihren größten Skandal in der Tasche hatte.

Chapter 1: Die eiskalte Einladung

Chapter 2: Die Wahrheit im Umschlag

Chapter 3: Das Netz des Großvaters

Chapter 4: Die Prüfung der Fakten

Chapter 5: Die Gegenattacke der Chefin

Chapter 6: Das zerbrechliche Gewissen

Chapter 7: Die Maskerade beginnt

Chapter 8: Die letzten Vorbereitungen

Chapter 9: Der große Auftritt

Chapter 10: Die angespannte Stille

Chapter 11: Die Rede und der Preis

Chapter 12: Der Riss im Bild

Chapter 13: Das Echo der Stille

Chapter 14: Die Nachbeben

Chapter 15: Ein neuer Anfang, eine schwere Last

Der Empfang der Gala nahm seinen Lauf, doch die anfängliche, oberflächliche Fröhlichkeit wich einer unterschwelligen Spannung. Besonders zwischen mir und Dr. Richter lag eine ungesagte Feindseligkeit in der Luft, eine elektrisierende Stille, die nur wir beide zu spüren schienen.

Ich bewegte mich geschickt durch die Menge, nickte hier, lächelte dort, pflegte kleine Gespräche mit Kollegen und Geschäftsleuten, die ich flüchtig kannte. Meine Haltung blieb stets elegant und gelassen, doch meine Sinne waren geschärft, jede meiner Bewegungen war kalkuliert.

Dr. Richter war nicht weit. Ich spürte ihre Blicke auf mir, immer wieder huschte ihr Blick zu mir herüber. Ihre Augen verrieten eine Mischung aus Wut und Verwirrung, die sie kaum zu verbergen vermochte. Ich sah, wie ihre Hand immer wieder unruhig ihren Hals berührte, eine nervöse Geste, die ihre innere Unruhe verriet.

Ich fing einmal ihren Blick auf, und für einen kurzen Moment blitzte blanker Hass in ihren Augen auf. Es war ein kleiner, persönlicher Moment der Grausamkeit – ihr offener, unverhohlener Hass, der nun nicht mehr hinter einer Maske der Arroganz verborgen werden konnte.

Klaus Müller, Dr. Richters Stellvertreter, war ebenfalls anwesend. Ich sah ihn in einer Ecke des Saales, bleich und angespannt. Er vermied aktiv jeden Blickkontakt mit mir. Als ich mich einmal in seine Richtung bewegte, schien er sich kleiner zu machen, fast so, als wollte er im Boden versinken.

Er füllte sich hastig ein Glas Champagner nach, seine Hand zitterte so stark, dass ein wenig Flüssigkeit über den Rand schwappte. Diese nervöse Geste, dieses aktive Vermeiden von Blickkontakt, war eine kleine, aber spürbare Grausamkeit. Er hatte seine Mitschuld eingestanden und jetzt schien er von ihr erdrückt zu werden.

Ich lächelte innerlich. Seine Nervosität war ein klares Zeichen. Er wusste, dass die Wahrheit bald ans Licht kommen würde.

Meine eigentliche Aufgabe an diesem Abend war die Steuerung der Projektionen und Bildschirme. Als Event-Assistentin war ich dafür verantwortlich, die Präsentationen und Videos während der Preisverleihung und der Reden abzuspielen. Es war eine Position, die mir einen direkten Zugang zum technischen Herzen der Gala verschaffte.

Ich machte mich auf den Weg zu meinem Kontrollpult, das diskret hinter einer Säule am Rand des Saales platziert war. Es war ein kleiner, unauffälliger Bereich, ausgestattet mit einem Laptop, einem Mischpult und den notwendigen Kabeln. Ich setzte mich auf den Stuhl, meine Finger glitten über die Tastatur.

Ein letzter Blick in den Saal. Dr. Richter stand immer noch im Mittelpunkt, ein scheinbar makelloser Gastgeber. Doch ich wusste, dass ihre Fassade bereits Risse bekam.

Ich blickte auf den Bildschirm vor mir. Die Präsentation für Dr. Richters Rede war bereits geladen. Ich überprüfte die Einstellungen, die Überblendungen, die Übergänge. Alles war bereit.

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