Chapter 5: Die Gegenattacke der Chefin

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Dr. Richter lud mich zur Firmen-Gala ein, um mich zu demütigen, aber sie wusste nicht, dass ich das Beweismittel für ihren größten Skandal in der Tasche hatte.

Chapter 1: Die eiskalte Einladung

Chapter 2: Die Wahrheit im Umschlag

Chapter 3: Das Netz des Großvaters

Chapter 4: Die Prüfung der Fakten

Chapter 5: Die Gegenattacke der Chefin

Chapter 6: Das zerbrechliche Gewissen

Chapter 7: Die Maskerade beginnt

Chapter 8: Die letzten Vorbereitungen

Chapter 9: Der große Auftritt

Chapter 10: Die angespannte Stille

Chapter 11: Die Rede und der Preis

Chapter 12: Der Riss im Bild

Chapter 13: Das Echo der Stille

Chapter 14: Die Nachbeben

Chapter 15: Ein neuer Anfang, eine schwere Last

Die Spannung bei Richter Global war in den Tagen vor der Gala fast greifbar. Dr. Richter, stets wachsam, spürte, dass sich etwas zusammenbraute. Ihr informelles Spionagenetzwerk, das aus loyalen, aber oft auch ängstlichen Mitarbeitern bestand, hatte ihr Berichte über Leos nervöses Verhalten und meine ungewöhnliche Ruhe zukommen lassen.

Ich sah sie in der Kantine. Sie saß mit Klaus Müller zusammen, ihrem Stellvertreter, und tuschelte. Ihre Augen huschten immer wieder zu mir. Ich spürte ihren Argwohn, ihre Wut.

Einige Tage später erhielt Herr Schmidt eine offizielle Benachrichtigung. Ein umfangreiches Schreiben vom Hamburger Finanzamt kündigte eine “außerplanmäßige und tiefgreifende Steuerprüfung” für drei seiner wichtigsten Immobilienfirmen an. Diese Firmen dienten, wie ich wusste, als Tarnung für das Netzwerk und als legale Einkommensquellen für einige seiner Mitglieder.

Die Prüfung sollte bereits in drei Wochen beginnen. Das Timing war kein Zufall, die Formulierung des Schreibens war aggressiv und einschüchternd. Die Drohung war unmissverständlich. Dr. Richter schlug zurück.

Mein Großvater zeigte mir das Schreiben. Sein Gesichtsausdruck war immer noch ruhig, doch ich sah die Anspannung in seinen Augenwinkeln. „Isolde ist berechenbar“, sagte er. „Sie reagiert auf Bedrohung mit roher Macht und Einschüchterung. Eine klassische Richter-Taktik.“

Er erklärte mir, dass Dr. Richter Bürgermeister Fischer unter Druck gesetzt hatte. Sie hatte Fischer in der Hand, wegen einiger undurchsichtiger Grundstücksdeals, die sie ihm in der Vergangenheit ermöglicht hatte und die seinen Wahlkampf finanziert hatten. Er war ein Mann ohne Rückgrat, leicht zu manipulieren.

Richter hatte ihm gedroht, seine Verwicklungen an die Öffentlichkeit zu bringen, wenn er nicht handelte. Fischer hatte prompt reagiert und einen ihrer loyalen Finanzbeamten eingeschaltet, um die Prüfung zu veranlassen. Ein kleines, persönliches Detail der Grausamkeit Richters: Sie nutzte ihre Kenntnis von Fischers Schwachstellen aus, um einen Mann, der ihr einst geholfen hatte, jetzt als Werkzeug für ihre Rache zu missbrauchen. Das war nicht nur Machtspiel, sondern bewusste Manipulation.

„Diese Prüfung wird uns Ressourcen kosten, Clara“, sagte mein Großvater. „Und sie wird unsere Aufmerksamkeit binden. Das ist ihr Ziel: uns abzulenken, uns zu zermürben, uns zu schwächen.“

Ich sah das Schreiben an, das auf dem Tisch lag. Es war ein dicker Stoß Papier, jeder Satz eine Drohung. Die Prüfung würde nicht nur Geld kosten, sondern auch Zeit und Energie, die wir dringend für die Gala brauchten. Der Druck war enorm.

Doch statt mich entmutigen zu lassen, spürte ich, wie sich eine eiserne Entschlossenheit in mir ausbreitete. Dr. Richter hatte den Kampf eröffnet. Sie hatte die persönlichen Regeln gebrochen und mein Netzwerk angegriffen.

„Lassen wir uns nicht einschüchtern, Großvater“, sagte ich, meine Stimme war fester, als ich erwartet hatte. „Das ist nur ein Beweis dafür, dass wir sie getroffen haben. Dass sie Angst hat.“

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