Konstantin saß regungslos hinter seinem Schreibtisch, die eidesstattliche Erklärung von Tobias lag vor ihm ausgebreitet. Seine Hände umklammerten die Kanten des Schreibtisches, seine Knöchel waren weiß. Er las die Details von Klaras astronomischen Schulden immer wieder, als könnte er die Realität nicht fassen. Seine Gesichtszüge waren schmerzhaft verzerrt.
Dann schloss er die Augen, ein tiefer Seufzer entwich ihm. Er erkannte die Unterschrift seiner Großmutter auf den beigelegten Treuhanddokumenten, deren Kopien ich auf seinen Tisch gelegt hatte. Die Wahrheit war unbestreitbar, die Beweise erdrückend.
“Klara”, sagte er, seine Stimme war brüchig, kaum mehr als ein Flüstern. “Wie konntest du…?”
Klara, noch immer blass vor Schock, schluckte schwer. Ihre Augen trafen Konstantins Blick, doch sie zogen sich schnell wieder zurück. Sie hatte keine Antwort.
Konstantin hob langsam den Kopf. Er sah mich an, seine Augen waren voller Schmerz und Reue. Er hatte die Realität seiner Tochter so lange verleugnet.
“Du hattest Recht, Luisa”, sagte er. “Ich war blind.”
Ich blieb ruhig und unerschütterlich. Es war kein Moment des Triumphs für mich, sondern einer der traurigen Bestätigung.
“Die Treuhand ist aktiviert”, sagte Tobias, seine Stimme war klar und präzise. “Die Kontrolle über die Kernvermögenswerte der Gemeinschaft geht an Luisa über, als benannte Treuhänderin.”
Konstantin nickte langsam, sein Blick war auf den Schreibtisch gerichtet. Er war gezwungen, die Wahrheit zu akzeptieren: Klara hatte durch ihre Gier und ihre Schulden die Macht selbst an mich übertragen.
Er atmete tief ein, seine Schultern sackten in sich zusammen. Er war nicht nur der spirituelle Führer, er war auch ein Vater, der den Betrug seiner Tochter verarbeiten musste.
“Klara und Benno”, begann Konstantin, seine Stimme war jetzt fester, aber immer noch von Schmerz erfüllt, “ihr habt die Grundsätze unserer Gemeinschaft verraten.”
Klara hob den Kopf, ihre Augen blitzten. “Vater, bitte…”, flehte sie.
“Ihr habt das Vertrauen missbraucht”, fuhr Konstantin fort, seine Stimme war nun unnachgiebig. “Und ihr habt unsere Existenz durch eure Gier gefährdet.”
Er blickte von Klara zu Benno, dessen Gesicht aschfahl war. “Die interne Rechtsstruktur der Söhne des Lichts sieht in solchen Fällen klare Konsequenzen vor.”
Er legte seine Hände flach auf den Tisch. “Ihr werdet die Gemeinschaft verlassen müssen.”
Klaras Augen weiteten sich vor Schock. Sie stieß einen keuchenden Laut aus.
“Aber…”, begann Benno, seine Stimme war ein schwaches Murmeln.
“Es gibt kein ‘Aber'”, sagte Konstantin, seine Stimme war nun autoritär. “Die Beweise sind erdrückend. Eure Taten sind unentschuldbar.”
Er seufzte, ein tiefer, erschöpfter Atemzug. “Angesichts der Situation und der Notwendigkeit, euch eine Möglichkeit zu geben, eure unmittelbaren Bedürfnisse außerhalb der Gemeinschaft zu decken, erhaltet ihr eine endgültige Abfindung.”
+ There are no comments
Add yours