Klaras Schrei hallte noch in den Wänden des Büros wider. Ihre Augen waren rot unterlaufen, Tränen und Wut vermischten sich in einem hässlichen Ausdruck. Sie sprang auf, ihre Hände waren zu Fäusten geballt.
“Das ist ungerecht!”, brüllte sie. “Ich bin deine Tochter, Vater! Diese Schmarotzerin hat dich manipuliert!”
Sie zeigte mit zitterndem Finger auf mich. “Das ist alles ihre Schuld! Sie will uns alles nehmen!”
Konstantin hob die Hand, seine Stimme war fest. “Genug, Klara. Deine Worte haben hier keine Macht mehr.”
Benno versuchte, sich einzumischen. “Aber Bruder Konstantin, wir können das doch regeln! Wir können einen Plan schmieden, um die Schulden zu begleichen!”
Er blickte hilfesuchend in die Runde, seine Augen waren voller Verzweiflung. “Wir sind doch eine Familie! Wir können das nicht einfach so beenden!”
Tobias trat vor, seine Miene war ernst. “Die Beweise sind eindeutig, Benno. Ihre Taten haben das Vertrauen der Gemeinschaft unwiderruflich zerstört.”
In diesem Moment öffnete sich die Tür, und der Älteste Jakob trat ein. Er hatte diskret vor der Tür gewartet, um die Einhaltung der internen Regeln zu gewährleisten. Seine Präsenz war eine stumme Bestätigung der Ernsthaftigkeit der Situation.
Jakobs Blick war ernst, seine Augen waren auf Klara und Benno gerichtet. “Die Regeln unserer Gemeinschaft sind klar”, sagte er, seine Stimme war tief und sonor. “Verrat und Gier werden nicht geduldet.”
Klara brach in hysterisches Schluchzen aus, das sich schnell in wütende Beschimpfungen verwandelte. “Ich verfluche euch alle!”, schrie sie. “Besonders dich, Luisa! Du wirst für das büßen, was du getan hast!”
Ich stand ruhig da, meine Augen waren fest auf sie gerichtet. Ihre Worte hatten keine Macht mehr über mich. Ihre Wut war die Wut einer Besiegten.
Benno versuchte, sich zu entschuldigen, seine Worte waren ein unverständliches Gemurmel. Doch niemand hörte ihm zu.
Der Älteste Jakob nickte Konstantin zu. “Die Entscheidung ist getroffen”, sagte er. “Es ist Zeit zu gehen.”
Er legte eine Hand auf Klaras Schulter, seine Berührung war fest und unnachgiebig. Klara zuckte zusammen, doch sie konnte sich nicht wehren.
“Kommt mit mir”, sagte Jakob. “Ihr werdet die Gemeinschaft jetzt verlassen.”
Klara stieß einen letzten wütenden Schrei aus, als Jakob sie zur Tür führte. Benno folgte ihr mit gesenktem Kopf, seine Schultern sackten in sich zusammen.
Ihre Gesichter waren von Scham und Wut gezeichnet, als sie das Büro verließen. Ich sah ihnen nach, als sie den Korridor entlanggingen, ihre Schritte hallten in der Stille wider.
Sie würden die Gemeinschaft für immer verlassen müssen, ohne die gewünschten Reichtümer. Sie waren gesellschaftlich geächtet und finanziell noch schlechter dran als zuvor.
Ich spürte eine Welle der Erleichterung, die mich durchströmte. Es war vorbei. Der Albtraum war zu Ende.
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