Chapter 18: Der Tag der Abrechnung

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Die Luft in der Koch-Villa war zum Schneiden dick. Johann, Helga und Claudia saßen mir, Anja und Julia gegenüber, Dr. Hoffmann zu meiner Rechten. Lena saß auf Julias Schoß und beobachtete die seltsame Ansammlung von Erwachsenen mit großen, neugierigen Augen.

„Also, Heiner“, begann Claudia, ihre Stimme war süffisant. „Ich denke, es ist Zeit, mit diesem Theater hier aufzuhören. Du hast deine neue Frau und deine… ‚Bekannte‘… hierher gebracht, um uns zu beschuldigen. Nun, wir haben dir ja gesagt, dass wir vorbereitet sind.“

Sie zog einen Stoß Papiere aus ihrer eleganten Ledertasche. Die gefälschten Dokumente. Ich sah sie mit kühlem Blick an.

„Dies sind die rechtsgültigen Dokumente“, fuhr Claudia fort, ihre Stimme war voller Triumph. „Unterzeichnet von Frau Weber. Sie verzichtet auf jegliche Ansprüche an dich, Heiner. Und an ein eventuelles Kind. Und sie hat die vereinbarte Summe erhalten.“

Sie legte die Dokumente auf den Tisch und schob sie uns triumphierend zu. Ich spürte, wie meine Hand sich unter dem Tisch zu einer Faust ballte.

„Diese Frau ist eine Betrügerin“, sagte Claudia und zeigte mit dem Finger auf Julia. „Sie will dich nur ausnutzen, Heiner. Und dieses Kind…“ Sie sah Lena verächtlich an. „…ist nur eine unerwünschte Belastung für unsere Familie.“

Johann und Helga Koch nickten zustimmend. Ihr Blick war voller Verachtung für Julia und Lena. Die kalte, herablassende Art, wie Claudia über Lena sprach, war ein gezielter Schlag, eine tiefe, persönliche Grausamkeit, die Lena als bloße „Belastung“ abtat. Es fühlte sich an wie ein Schlag ins Gesicht.

„Haben Sie das gehört, Herr Anwalt?“, fragte Claudia triumphierend. „Die Fakten liegen auf dem Tisch.“

Dr. Hoffmann sah sie mit einem unbewegten Gesicht an. Dann nickte er mir zu. Es war mein Zeichen.

„Claudia“, sagte ich, meine Stimme war ruhig, aber fest. „Du hast dich geirrt. Die Fakten liegen hier.“

Im selben Moment öffnete sich die Tür des Nebenzimmers. Klaus Richter trat herein. Er war blass, aber seine Augen strahlten eine unerschütterliche Entschlossenheit aus. Er trug das kleine Diktiergerät in seiner Hand.

Claudia sah ihn an, ihr Gesicht wurde kreidebleich. Johann und Helga sahen ihn ebenfalls mit weit aufgerissenen Augen an. Sie waren sprachlos vor Schock. Der Anblick ihres ehemaligen Fahrers, der ihnen hier gegenüberstand, war eine weitere, zutiefst persönliche Demütigung.

„Klaus! Was machen Sie hier?“, fragte Johann, seine Stimme war überrascht, fast schon ängstlich.

„Ich bin hier, um die Wahrheit zu sagen, Herr Koch“, erwiderte Klaus, seine Stimme war leise, aber klar. „Ich war damals anwesend. Als Sie, Frau Helga und Sie, Frau Claudia, die Intrige geplant haben.“

Claudia lachte hysterisch. „Er lügt! Er ist senil!“

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