Chapter 2: Die Koffer des Verrats

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Meine Familie wollte mein Musikimperium stehlen, aber mein Sohn enthüllte ihren Betrug mit geheimen Briefen.

Chapter 1: Die Schatten der Harmonie

Chapter 2: Die Koffer des Verrats

Chapter 3: Das Netz der Lügen

Chapter 4: Ein Flüstern der Wahrheit

Chapter 5: Der Rufmord

Chapter 6: Das unbeholfene Geständnis

Chapter 7: Die lange Nacht

Chapter 8: Fünf Jahre später

Mein Blick heftete sich an Elias.

Er spielte mit einer kleinen Holzfigur, sein Haar fiel ihm ins Gesicht.

„Papa hat geheime Briefe“, sagte er mit einer kindlichen Selbstverständlichkeit, die mir einen Stich versetzte.

Ich beugte mich zu ihm hinunter.

„Wo sind diese Briefe, mein Schatz?“ fragte ich, meine Stimme war ruhiger, als mein Herzschlag.

„Bei Onkel Marc“, antwortete Elias und zeigte mit dem Finger vage in Richtung Gästehaus-Dachboden. „In seinem alten Koffer.“

Ein kalter Schauer lief mir über den Rücken.

Marcs alter Tourkoffer.

Ich erinnerte mich daran, wie ich ihm vor Jahren geholfen hatte, ihn auf den Dachboden zu schleppen.

Ein sperriges Relikt aus seiner kurzen, erfolglosen Musikerkarriere, das er nie wirklich ausgepackt hatte.

Aber warum sollte Erik Briefe dort verstecken?

Und was hatte Marc damit zu tun?

Die Fragen wirbelten in meinem Kopf, doch ich musste handeln.

Ich küsste Elias auf die Stirn.

„Spiel hier weiter, Liebling. Mama muss kurz etwas suchen.“

Mein Weg ins Gästehaus war schnell und entschlossen.

Jeder Schritt fühlte sich an wie eine Flucht vor einer unsichtbaren Bedrohung.

Der Dachboden knarrte unter meinen Füßen, die Luft war staubig und roch nach alten Papieren.

In einer Ecke stand er, Marcs alter Lederkoffer, mit unzähligen Reiseaufklebern übersät.

Er war mit Riemen verschlossen, aber nicht abgeschlossen.

Meine Hände zitterten, als ich die Riemen öffnete.

Der Inhalt war zunächst unspektakulär: vergilbte Tour-T-Shirts, alte Gitarrensaiten, ein verrostetes Mundharmonika.

Doch dann spürte ich es.

Unter einem Stapel alter Konzertprogramme.

Eine feste Form.

Ich zog ein Bündel heraus.

Es waren keine Briefe im traditionellen Sinne, sondern Umschläge, ordentlich gestapelt, die Kanten unnatürlich scharf.

Der erste Umschlag war mit „Übertragung der Musikrechte – Lena Becker“ beschriftet.

Mein Atem stockte.

Ich zog den Entwurf heraus.

Es war eine detaillierte Urkunde.

Mein Name, meine Geburtsdaten, meine Adresse.

Und als Begünstigte?

Die „Klangfülle GmbH“.

Eriks Scheinfirma.

Jede Zeile war ein Schlag ins Gesicht.

Es war ein vollständiger Entzug meiner gesamten geistigen Eigentumsrechte.

Alles, was ich in Jahren aufgebaut hatte – meine Kompositionen, meine Texte, die Lizenzgebühren, meine gesamte kreative Kontrolle – sollte auf diese obskure Firma übertragen werden.

Meine Hände zitterten so stark, dass das Papier raschelte.

Der zweite Umschlag war noch schlimmer.

„Bestätigungsantrag Kreditlinie – Harmonie Studios“.

Ich riss ihn auf.

2,4 Millionen Euro.

Die Zahl schlug mir wie ein Fausthieb in den Magen.

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