Chapter 3: Die alte Lagerhalle

#content-1

Das schmutzige Geheimnis meiner Tante, das fast unsere Familie zerstörte und unser Erbe kostete

Chapter 1: Das “Beruhigungsmittel”

Chapter 2: Die Tasse Tee

Chapter 3: Die alte Lagerhalle

Chapter 4: Jonas Richters Ultimatum

Chapter 5: Die verschlüsselte Festplatte

Chapter 6: Das erzwungene Geständnis

Chapter 7: Der Preis der Wahrheit

Chapter 8: Eine lange Zeit später

Mama war wie besessen. Sie schlief kaum, telefonierte ununterbrochen und durchforstete alte Unterlagen. Das Haus, das sonst so erfüllt war von Papas Arbeit und unserem Lachen, wurde stiller, erfüllt von Mamas entschlossenem Suchen. Sie war nicht nur meine Mutter, die sich um mich kümmerte, sie war auch eine brillante Pharmaforscherin. Ihr Verstand war scharf, und sie ließ sich nicht so leicht täuschen.

„Die Chemikalie stammt aus einem unserer Labore“, erklärte sie mir eines Abends, als ich ihr beim Sortieren alter Rechnungen zusah. „Genauer gesagt, aus einer alten Produktionslinie, die seit Jahren nicht mehr in Betrieb ist.“

Ich verstand nicht ganz, was das bedeutete, aber ich spürte die Bedrohung in ihrer Stimme.

„Aber wie kommt Tante Katrin da ran?“, fragte ich.

Mama schüttelte den Kopf. „Das ist ja die Frage. Nur eine Handvoll Leute hatte damals noch Zugang zu diesem Bereich. Matthias natürlich, unser alter Laborleiter… und Katrin. Sie hatte damals als kaufmännische Leiterin auch einen Schlüssel zu allen Firmenbereichen.“

Sie stand auf, ihre Augen hafteten auf einem alten Aktenordner mit dem Aufdruck „Lagerhalle C – Revision 2017“.

„Ich habe in den alten Logbüchern nachgesehen“, fuhr Mama fort. „Dieser Bereich wurde offiziell vor fünf Jahren stillgelegt. Alles sollte entsorgt oder in sicherere Depots verlagert werden.“

Doch als sie die Seite umschlug, spitzte sie die Lippen. Ich sah, wie ihre Augen über eine Zeile glitten, dann wieder zurück. Ihre Hand fuhr über den Eintrag.

„Was ist, Mama?“, fragte ich.

„Hier… seit Wochen“, murmelte sie. „Zugangsdaten für Lagerhalle C. Unter dem Namen deiner Tante.“

Mein Herz klopfte. Ich legte meine Hand auf den Ordner. „Tante Katrin war in der Lagerhalle?“

Mama nickte, ihr Blick war starr. „Es ist ein Protokoll, das alle Zugänge zu den alten Gebäuden auflistet. Seit Matthias im Krankenhaus ist, habe ich die alten Bücher überprüft. Katrin hat hier… fast wöchentlich einen Schlüssel für die Lagerhalle C abgeholt.“

Sie stand auf und begann, aufgeregt im Zimmer auf und ab zu gehen. Ihre Entdeckung war wie ein Blitz in der Dunkelheit. „Sie hat sich unter dem Vorwand, alte Akten zu sortieren, immer wieder Zugang verschafft. Akten, die längst digitalisiert sind!“

Die Erkenntnis traf mich hart. Tante Katrin hatte gelogen. Sie hatte nicht nur versucht, uns zu vergiften, sie hatte auch ein Versteck gehabt, wo sie die Giftstoffe hernehmen konnte. Es war nicht einfach ein Versehen gewesen. Es war ein Plan. Ein kalter, berechnender Plan.

Mama versuchte, Katrin erneut zu erreichen. Das Telefon klingelte, aber niemand hob ab. Mama hinterließ eine wütende Nachricht, ihre Stimme bebte.

„Katrin, ich weiß von der Lagerhalle C! Ich weiß, dass du seit Wochen dort ein- und ausgehst! Was hast du dort gemacht? Was genau ist dein Plan?“

Während Mama mit den Anwälten der Firma telefonierte, um die genauen Umstände von Katrins Zugang zu klären, kam Papa aus seinem Schlafzimmer. Er sah blass und schwach aus, aber seine Augen waren klarer als in den ersten Tagen.

„Was ist los, Sophie?“, fragte er leise. Er hatte noch immer Schwierigkeiten, lange wach zu bleiben.

Mama eilte zu ihm und stützte ihn. „Matthias, Katrin hatte Zugang zu Lagerhalle C. Seit Wochen. Dort, wo die alte Produktionslinie war. Dort, wo diese Chemikalie hergestellt wurde.“

You May Also Like

More From Author

+ There are no comments

Add yours