Chapter 3: Die Panik des Bräutigams

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Markus irrte durch seine luxuriöse Penthouse-Wohnung, die Glasfront bot einen atemberaubenden Blick über die Stadt, den er jetzt nicht wahrnehmen konnte. Jeder Schritt war von einer nervösen Energie getrieben, die ihn kaum stillstehen ließ.

Sein makelloser Anzug war zerknittert, seine Haare zerzaust.

Er griff nach seinem Handy, das auf dem polierten Marmortisch lag, und wählte Lenas Nummer. Sein Herz raste unkontrolliert.

Es klingelte zweimal, dann nahm sie ab.

„Lena!“, stieß er hervor, seine Stimme überschlug sich beinahe. „Du musst mir zuhören. Clara hat… sie hat ein Baby bekommen!“

Am anderen Ende der Leitung war eine kurze, unheilvolle Stille.

„Ich weiß, Markus“, sagte Lena schließlich, ihre Stimme klang ungewöhnlich ruhig, fast eisig. „Du hast es mir doch schon gestern hysterisch erzählt.“

Er fuhr sich mit der freien Hand über das Gesicht. „Ich meine, du hast es mir verschwiegen! Du wusstest es doch, oder?“

Lena hatte ihm in einem hitzigen Streit, als er sie wegen der Panikattacke nach Claras Anruf zur Rede gestellt hatte, gestanden, dass sie von der Schwangerschaft wusste. Sie hatte gehofft, dass die Hochzeit vor der Geburt stattfinden würde und alles unter den Teppich gekehrt werden könnte. Das war der Stich ins Herz gewesen, der seine Wut auf sie noch verstärkte.

„Markus, beruhige dich“, versuchte Lena. „Ich wollte dich nur schützen. Ich dachte, wir hätten genug Zeit gehabt.“

„Schützen?“, spottete er. „Du hast mich in den Ruin getrieben! Die Klausel in den Papieren! Das Erbe von Tante Helene!“

Er hatte ein handgeschnitztes Holzpferd, ein Erbstück aus seiner Kindheit, das seine Tante ihm geschenkt hatte, in seinem Anfall der Wut vom Regal gefegt. Es lag nun zerbrochen auf dem teuren Perserteppich, ein stummer Zeuge seines Kontrollverlusts.

„Markus, die Bruderschaft… die Ältesten werden das nicht dulden“, fuhr er fort, seine Stimme klang flehend. „Was, wenn sie mich enterben? Meine Hochzeit mit dir…“

Lena unterbrach ihn. „Hör zu. Du musst jetzt einen klaren Kopf bewahren.“

Ihre kühle, berechnende Art trieb ihn noch mehr in den Wahnsinn. Er konnte ihre mangelnde Empathie förmlich spüren.

„Sie werden mich hassen“, murmelte er. „Ich werde alles verlieren.“

„Nein“, sagte Lena entschieden. „Das werden wir nicht zulassen.“

Sie tat, als wäre es ein gemeinsames Problem, um ihn bei der Stange zu halten. Aber er spürte, dass sie nur um ihre eigene Zukunft kämpfte.

„Clara will dich zerstören“, fuhr Lena fort. „Sie ist eine eifersüchtige, rachsüchtige Ex-Frau. Das werden wir der Bruderschaft so verkaufen.“

Markus hielt inne. Eine kleine Flamme der Hoffnung loderte in ihm auf.

„Eine rachsüchtige Ex…“, wiederholte er langsam. „Die nur aufs Geld aus ist.“

„Genau!“, rief Lena. „Sie will das Erbe von Tante Helene. Das ist doch offensichtlich.“

Diese Idee passte perfekt zu seinem narzisstischen Weltbild. Er konnte nicht akzeptieren, dass Clara ihn aus eigenen Stücken und mit klarem Verstand in diese Lage gebracht hatte. Es musste eine niedere Motivation sein.

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