Chapter 4: Die kalte Drohung

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Das gestohlene Familienerbstück und das Geheimnis der Schneiders

Chapter 1: Das Gericht der Familie

Chapter 2: Die entzifferte Vergangenheit

Chapter 3: Das Geständnis des Sohnes

Chapter 4: Die kalte Drohung

Chapter 5: Die Spur des Notars

Chapter 6: Das zerbrochene Erbe

Chapter 7: Der Scherbenhaufen

Chapter 8: Ein neues, unbekanntes Kapitel

Die Entscheidung, die Wahrheit zu enthüllen, hing schwer in der Luft.

Leo und ich hatten uns darauf geeinigt.

Doch wie sollten wir vorgehen?

Ich beschloss, einen ersten, vorsichtigen Schritt zu wagen.

Ich wollte Frau Schneider subtil mit meinem Wissen konfrontieren.

Vielleicht würde sie angesichts der erdrückenden Beweise zusammenbrechen.

Ich fand sie am nächsten Morgen in ihrem privaten Salon.

Sie saß an ihrem Schreibtisch und ordnete Rechnungen.

Ihr Gesicht war wie immer makellos.

Ihre Haltung strahlte eine eiserne Kontrolle aus.

Ich trat ein und räusperte mich leise.

„Frau Schneider, dürfte ich Sie kurz stören?“

Sie hob den Blick.

Ihre Augen waren scharf, ihr Ausdruck sofort abweisend.

„Was gibt es, Anna? Ich habe viel zu tun.“

Ihre Stimme war kühl.

„Es geht um… das Familienerbe“, begann ich.

Meine Stimme zitterte ein wenig.

Ich verfluchte meine Nervosität.

Sie legte ihren Stift nieder.

„Ich dachte, wir hätten dieses Thema bereits ausführlich behandelt. Das Medaillon wurde gestohlen. Von Ihnen.“

Ihre Stimme war eisig.

„Nicht ganz, Frau Schneider“, sagte ich, und mein Mut wuchs mit jedem Wort.

„Ich habe in den letzten Tagen einiges über die… wahre Herkunft des Medaillons gelernt. Und über die… Verwandtschaftsverhältnisse in Ihrer Familie.“

Ich sah genau auf ihr Gesicht.

Eine winzige Falte bildete sich zwischen ihren Augenbrauen.

Ihre Lippen zogen sich straff.

„Ich verstehe nicht, wovon Sie sprechen“, sagte sie.

Ihre Stimme war jetzt gefährlich ruhig.

„Es gibt versteckte Wahrheiten, Frau Schneider“, fuhr ich fort.

„Dokumente, die eine andere Geschichte erzählen als die, die Sie alle Jahre gepredigt haben.“

Ich sprach von Leos Vaterschaft.

Ich erwähnte das Medaillon als sein rechtmäßiges Erbe.

Ich wollte sehen, wie sie reagierte.

Würde sie leugnen?

Zusammenbrechen?

Sie tat keines von beidem.

Ein kaltes, berechnendes Lächeln spielte um ihre Lippen.

„Sie sind eine sehr neugierige Person, Anna“, sagte sie.

Ihre Augen verengten sich.

„Vielleicht zu neugierig für Ihr eigenes Wohl.“

Sie stand auf und kam langsam auf mich zu.

Jeder Schritt war gemessen.

Ihre Nähe war beängstigend.

„Lassen Sie mich Ihnen etwas erzählen, Anna“, sagte sie.

Ihre Stimme war nur noch ein Flüstern.

Aber es war voller Bedrohung.

„Das ist nicht das erste Mal, dass sich jemand in Angelegenheiten einmischt, die ihn nichts angehen.“

Meine Kehle war trocken.

Ich wartete.

„Vor vielen Jahren“, fuhr sie fort, „als das Medaillon zum ersten Mal ‚verschwand‘… da war auch ein Dienstmädchen.“

Mein Herz setzte einen Schlag aus.

Ich erinnerte mich an die Gerüchte, die ich von den älteren Hausangestellten gehört hatte.

Ein Vorfall, der nie ganz aufgeklärt wurde.

„Sie war auch sehr neugierig“, sagte Frau Schneider.

„Und sie hatte auch ‚Dokumente‘.“

Ein kalter Schauer lief mir über den Rücken.

„Ich habe dafür gesorgt, dass sie verschwand. Für immer.“

Ihre Augen fixierten meine.

„Ich habe damals den Diebstahl des Medaillons inszeniert. Ich habe die Schuld diesem Mädchen in die Schuhe geschoben.“

Sie sprach es aus, als wäre es das Natürlichste auf der Welt.

Meine Kinnlade fiel fast herunter.

„Warum?“, flüsterte ich.

„Um Markus’ Anspruch zu festigen“, sagte sie mit steinerner Miene.

„Um sicherzustellen, dass niemand infrage stellt, dass das Medaillon ihm zusteht.“

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