Chapter 4: Lorenz’ erste Salve

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Dr. Schmidt saß mir gegenüber, die Hände vor sich auf meinem Schreibtisch verschränkt, seine Miene war ernst. Der Geruch von frischem Kaffee, den Lena uns gebracht hatte, schwebte noch in der Luft.

Er schob mir einen Stapel Papiere über den Tisch. “Lorenz Kiesel hat die förmliche Kündigungsklage eingereicht”, sagte er, seine Stimme war trocken.

Ich nahm die Dokumente entgegen. Meine Augen überflogen die juristische Fachsprache, die sich um die von Lorenz angefochtene Klausel drehte.

Die Kündigung basierte auf dem Vorwurf des Vertragsbruchs, weil die Stiftung angeblich nicht die “vorgeschriebene gesellschaftliche Relevanz” mehr erfülle. Eine absurde Behauptung, die meine Stiftung, die so vielen Menschen half, herabwürdigte.

Was mich jedoch am meisten traf, waren die beigefügten Hinweise. In einem der Absätze stand, dass die Stiftung in den letzten Monaten aufgrund von “wechselhafter und inkonsistenter Führung” gelitten habe.

Es war keine direkte Anschuldigung, aber die Implikation war klar. Lorenz zielte auf meine Person, auf meine geistige Stabilität ab.

“Er versucht, Sie als irrational darzustellen, Elias”, sagte Dr. Schmidt, als ob er meine Gedanken lesen könnte. “Das ist ein klassisches Gaslighting. Er will Ihre Glaubwürdigkeit vor Gericht untergraben.”

Mein Blick wanderte über die Zeilen. “Irrationales Verhalten”, “unklare Entscheidungen”, “mangelnde Übersicht”. Jedes Wort war sorgfältig gewählt, um mein Image zu beschädigen.

Es war ein direkter Angriff auf meine Fähigkeit, die Stiftung zu führen, und eine Anspielung auf meinen öffentlichen Scheidungsskandal, der meine emotionale Verfassung bereits in Frage gestellt hatte.

Ich spürte eine Welle der Wut in mir aufsteigen. Wie konnte dieser Mann es wagen, mich so anzugreifen?

“Das ist eine Frechheit!”, rief ich, meine Stimme war lauter als beabsichtigt. “Er spielt auf meine Vergangenheit an, auf meine Scheidung.”

Dr. Schmidt nickte. “Genau das ist seine Taktik. Er weiß, dass Sie in den letzten Jahren viel durchgemacht haben. Er will diese Wunden nutzen, um Sie und die Stiftung zu schwächen.”

Er versuchte, meine Reaktion zu kalmieren. “Wir werden das zurückweisen, Elias. Er kann keine Spekulationen über Ihre mentale Verfassung als Grundlage für eine Kündigung nutzen.”

Doch die Worte hatten bereits ihre Wirkung erzielt. Ein kleines, nagendes Gefühl der Unsicherheit setzte sich in meinem Kopf fest.

Hatte ich in letzter Zeit wirklich irrational gehandelt? Meine ständigen Tests, meine Paranoia – war das der Beweis, den Lorenz brauchte?

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