Chapter 4: Versteckte Überweisungen

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Ihr Mann wünschte sich unbedingt einen Sohn. Nach 4 Töchtern kam er endlich, doch seine Worte enthüllten eine entsetzliche Wahrheit.

Chapter 1: Die verlogene Freude

Chapter 2: Die entzifferte Linie

Chapter 3: Das flüchtige Gesicht

Chapter 4: Versteckte Überweisungen

Chapter 5: Die wahre Lüge

Chapter 6: Das verborgene Netz

Chapter 7: Die Enthüllung im Lichte der Wahrheit

Chapter 8: Ein neuer Morgen

Die Warnung in Jens’ Augen beim Abendessen war nicht zu übersehen gewesen.

Ich wusste, dass ich jetzt noch vorsichtiger sein musste.

Jens war ein Meister der Kontrolle, und er spürte, dass etwas im Gange war.

Ich brauchte Beweise, die so stichhaltig waren, dass sie seine Lügen nicht nur als Lügen entlarvten, sondern auch seine Motive aufdeckten.

Meine Gedanken wanderten zu Stefan Lenz, meinem ehemaligen Kollegen aus dem Archiv.

Er war jetzt Bibliothekar in der Stadt und hatte Zugang zu vielen privaten Sammlungen, darunter auch dem kleinen, oft vergessenen Voss-Familienarchiv.

Es war ein privates Archiv, das von den älteren Familienmitgliedern gepflegt wurde und in den Kellerräumen eines alten Gemeindezentrums untergebracht war.

Diskretion war hier alles.

Ich schrieb Stefan eine vorsichtige E-Mail, ohne Details zu nennen, nur mit der Bitte um ein Treffen.

Zwei Tage später, ich hatte Jens erzählt, ich würde mit einer Freundin Kaffee trinken gehen, saß ich Stefan in einem kleinen Café gegenüber.

Er war derselbe wie immer, freundlich, etwas schüchtern, mit wachen Augen hinter seiner Brille.

“Elara, es ist schön, dich zu sehen”, sagte er, lächelte vorsichtig.

“Aber deine E-Mail… klang ein wenig geheimnisvoll.”

Ich legte meine Hand auf seine.

“Stefan, ich brauche deine Hilfe. Es geht um etwas sehr Wichtiges, Persönliches. Ich kann dir jetzt noch nicht alles erzählen, aber es geht um die Familiengeschichte der Voss.”

Ich sah das Zögern in seinen Augen.

Stefan mied Konflikte, so gut er konnte.

“Die Voss-Familie? Ist alles in Ordnung?”

Er kannte Jens und wusste, wie Jens auf die Wahrung seines Images bedacht war.

“Nein, nicht alles”, sagte ich leise.

“Ich glaube, es gibt Ungereimtheiten in Jens’ Geschichte. Speziell, was die Herkunft unseres Sohnes Max betrifft.”

Ich wusste, ich musste ihm genug andeuten, um seine Neugier und seine Loyalität zu wecken, ohne ihn in Gefahr zu bringen.

Stefan zog die Augenbrauen hoch.

“Das klingt ernst.”

Er sah sich kurz um.

“Was genau brauchst du?”

“Zugang zum privaten Voss-Familienarchiv”, sagte ich direkt.

“Ich muss bestimmte Dokumente einsehen, die vielleicht nicht öffentlich sind. Finanzunterlagen, vielleicht alte Korrespondenz.”

Stefan dachte einen Moment nach.

“Das ist schwierig, Elara. Das Archiv ist nur für Familienmitglieder zugänglich, und auch das nur nach Anmeldung.”

“Ich bin ein Familienmitglied”, erwiderte ich.

“Aber wenn Jens davon erfährt, wird er mir das Leben zur Hölle machen. Ich brauche Zugang, ohne dass es registriert wird.”

Ich erklärte ihm, dass Jens mich als “instabil” darstellte und jede offizielle Anfrage meinerseits sofort abgelehnt würde.

Stefan seufzte.

“Ich habe einen Generalschlüssel. Und ich kenne die Überwachungszeiten. Es gibt eine Lücke, Dienstags zwischen neun und zehn Uhr morgens. Aber das Risiko ist hoch, Elara. Wenn jemand dich erwischt…”

“Ich bin Archivarin. Ich weiß, wie man sich verhält”, sagte ich fest.

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