Meine Stiefmutter sabotierte mein Leben und das meiner Tochter, bis das Schicksal alles enthüllte
Mit dem zitternden Nachklang von Lenas E-Mail in meinem Kopf und dem Wissen um Brigittes perfide Testamentsklausel, wusste ich, dass ich keine Sekunde länger warten konnte. Jörg. Er war der nächste Dominostein, der fallen musste. Ich musste wissen, wo er stand in diesem Geflecht aus Lügen.
Ich rief Jörg an. Meine Stimme war fester, als ich mich fühlte.
„Jörg, wir müssen reden. Es ist wichtig. Kannst du heute Abend vorbeikommen?“
Er klang überrascht, aber willigte sofort ein. „Ja, natürlich, Helga. Ist alles in Ordnung?“
„Nein“, sagte ich trocken.
„Nicht wirklich.“
Ich legte auf und atmete tief durch. Der Abend rückte näher, und mit ihm eine weitere schmerzhafte Enthüllung, dessen war ich mir sicher.
Als Jörg am Abend klingelte, öffnete ich die Tür und sah ihn an. Sein charmantes Lächeln, das mich in den letzten Monaten so glücklich gemacht hatte, wirkte plötzlich wie eine Maske.
Er trat ein, legte seine Jacke ab.
„Helga, du siehst besorgt aus“, sagte er und versuchte, meine Hand zu nehmen.
Ich wich zurück. „Wir setzen uns besser“, sagte ich, meine Stimme war kühl.
Wir nahmen im Wohnzimmer Platz, ein merkwürdiges Schweigen breitete sich zwischen uns aus. Ich holte tief Luft.
„Jörg, ich habe etwas herausgefunden“, begann ich.
Ich erzählte ihm von Anwalt Meiers Anruf, von der Testamentsklausel meines Vaters. Die Klausel, die Brigittes Zustimmung zu meiner Wiederverheiratung forderte, andernfalls würde ein großer Teil meines Erbes an einen von ihr kontrollierten Treuhandfonds gehen.
Jörg sah mich an, seine Miene verriet nichts. Er wirkte verwirrt.
„Das… das ist ja unglaublich, Helga. Deine Stiefmutter ist ja eine echte Fuchs“, sagte er.
Seine Reaktion klang ein wenig zu beiläufig, ein wenig zu einstudiert.
Ich schob ihm das Dokument, das Meier mir mitgegeben hatte, über den Tisch.
„Lies es selbst“, sagte ich.
Er nahm es in die Hand, seine Augen huschten über die Zeilen. Ein leichtes Zucken in seinen Mundwinkeln verriet mir mehr, als er zeigen wollte.
„Und ich weiß auch von deiner Geschäftsbeziehung zu Brigittes verstorbenem Ehemann“, fuhr ich fort, ohne ihm Zeit zum Nachdenken zu lassen.
„Und von Brigittes Eifersucht auf meine Mutter und ihre alten Intrigen. Die Fäden, die sie seit Jahrzehnten zieht, Jörg.“
Jörg legte das Dokument langsam ab. Sein Blick wich meinem aus.
„Helga, ich… ich weiß nicht, wovon du redest“, murmelte er.
Seine Stimme war plötzlich leise.
„Doch, Jörg. Ich glaube, du weißt es ganz genau“, sagte ich, und meine Stimme zitterte vor aufgestautem Zorn und Schmerz.
„Die Frage ist nur, wie tief steckst du in dieser Geschichte drin? War unsere ganze Beziehung nur ein Teil von Brigittes Plan?“
Er schwieg, rieb sich über das Kinn. Der charmante Jörg war verschwunden, an seiner Stelle saß ein Mann, der gefangen wirkte.
„Brigitte hat mich kontaktiert“, gestand er schließlich, seine Stimme kaum hörbar.
„Vor Monaten. Lange bevor wir uns wieder getroffen haben.“
Mein Herz brach in tausend Stücke. Ich hatte es gewusst, aber es von ihm zu hören, war eine andere Qual.
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