Ihr Verlobter wollte sie beim Jahresritus vernichten, aber der "Goldene Kreis" hatte Geheimnisse, die nicht verborgen bleiben würden.
Die Nachricht von Herrn Müllers Rückzug war ein schwerer Schlag. Lena spürte, wie sich die Mauern um sie herum enger zogen. Sie saßen immer noch im Büro von FutureTech Solutions, die unbeantworteten E-Mails und die Mahnschreiben als stumme Zeugen ihrer wachsenden Verzweiflung.
Anja schob einen Notizblock über den Tisch. Darauf stand eine Aufzählung ihrer verbleibenden Möglichkeiten, die jedoch rapide schwanden.
“Wir können keine neuen Projekte starten”, sagte Anja. “Keine Gehälter zahlen. In wenigen Wochen ist unser Cashflow negativ.”
Lena wusste das nur zu gut. Jeder Tag, den Derek ihre Konten gesperrt hielt, war ein Sargnagel für ihr Unternehmen. Und die gezielte Verleumdung bei Herrn Müller zeigte, wie weit er zu gehen bereit war.
“Wir müssen uns fragen, ob er noch andere Kontakte manipuliert hat”, überlegte Lena. “Herr Müller war nur der wichtigste.”
Die Angst, dass Derek systematisch alle ihre Geschäftsbeziehungen angriff, war lähmend. Sie hatte ihr ganzes Leben in den Aufbau dieses Netzwerks gesteckt, um finanziell unabhängig zu sein.
Lena erinnerte sich an ein Gespräch, das sie vor Monaten mit einem anderen potenziellen Investor geführt hatte, Herrn Schmidt von einem kleineren Venture-Capital-Fonds. Er hatte plötzlich unerklärliche Bedenken geäußert.
“Er sprach damals vage von ‘unüblichen Risiken’ und ‘Unsicherheiten im Management'”, sagte Lena zu Anja. “Ich dachte, er meint die volatile Marktlage. Aber jetzt…”
Anja sprang auf. “Ich werde ihn anrufen! Es ist ein kleinerer Fonds, vielleicht hat er weniger Angst vor Dereks Einfluss.”
Sie griff zum Telefon und wählte die Nummer von Herrn Schmidt. Lena hörte, wie Anja sich vorstellte, ihren Namen nannte und dann fragte, ob es damals konkrete Gründe für seinen Rückzug gegeben habe.
Anja’s Gesicht wurde während des Gesprächs immer angespannter. Sie nickte immer wieder, während sie zuhörte. Lena konnte die andere Seite der Konversation nicht hören, aber Anjas Gesicht sprach Bände.
Schließlich legte Anja auf. Ihr Blick war wütend und frustriert.
“Er hat es zugegeben”, sagte Anja. “Nicht Derek direkt, aber einer seiner Handlanger aus der Gemeinschaft hat Herrn Schmidt kontaktiert. Er sprach von ‘Warnungen’ bezüglich deiner ‘spirituellen Integrität’ und wie das ‘Risiken für Investitionen in dein Unternehmen’ bergen könnte.”
Es war derselbe Angriff, nur subtiler. Nicht mit dem Gewicht von Dereks Anwälten, aber mit der unterschwelligen Bedrohung der Gemeinschaft. Ein weiterer persönlicher Schlag, der Lenas Glaubwürdigkeit als Geschäftsfrau untergraben sollte.
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