Chapter 7: Der Preis der Wahrheit

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Klaus brach unter der Last seiner eigenen Worte zusammen. Er sank in seinen Stuhl zurück, sein Gesicht war kreidebleich, die Augen weit und panisch. Die Tinte breitete sich wie eine schwarze Blutlache über seinen teuren Schreibtisch aus. Sein Zorn war verschwunden, ersetzt durch pure, animalische Angst.

„Helga, bitte!“, flehte er, seine Stimme war nur noch ein Krächzen.

Er streckte eine zitternde Hand nach mir aus.

„Du kannst das nicht tun! Das… das ruiniert mich! Ich verliere alles! Mein Geschäft, mein Ansehen! Meine Hochzeit!“

Ich stand regungslos da, mein Blick auf ihn gerichtet. Ich spürte keine Freude über seinen Zusammenbruch, nur eine kalte, beinahe klinische Genugtuung. Seine flehenden Worte perlen an mir ab wie Wasser an einem Stein. Ich hatte diese Tränen nicht verdient.

„Ich habe dir nichts getan, Helga! Das war Rolfs Idee! Ich schwöre es dir!“

Seine Verzweiflung war echt, aber sie war die Verzweiflung eines Mannes, der um seinen Besitz fürchtete, nicht um das Leid, das er verursacht hatte.

„Du kannst mich nicht einfach so fallen lassen! Wir waren verlobt! Ich werde dir alles geben, was du willst! Geld! Ich bezahle dir alles! Die Behandlungen! Eine neue Wohnung! Was immer du willst!“

Er wimmerte, die Tränen liefen ihm über das verschwitzte Gesicht. Er versuchte, sich zu erheben, aber seine Knie gaben nach.

„Nur… nur sag niemandem etwas. Bitte. Für unsere gemeinsame Zeit. Für alles, was wir hatten.“

Ich schnaubte leise. Unsere gemeinsame Zeit war eine Lüge gewesen. Alles, was wir hatten, war Verrat gewesen.

In diesem Moment knackte die Bürotür.

Greta trat in den Raum. Ihre Augen waren rot, ihr Gesicht gezeichnet. Sie hatte zugehört. Sie hatte Klaus’ ganze Tirade gehört, seine kalte, grausame Beichte, dass es ihm egal gewesen war, wie ich aussah.

Klaus sah sie mit entsetztem Blick an.

„Greta! Schatz! Das… das ist nicht, was du denkst!“

Greta sagte nichts. Sie starrte ihn an, ihre Augen waren voller Abscheu. Der naive Schleier, der sie so lange verdeckt hatte, war endgültig gerissen. Sie sah ihn zum ersten Mal wirklich.

„Ich habe genug gehört, Klaus“, sagte sie, ihre Stimme war überraschend klar und fest.

Sie war nicht mehr das ängstliche Mädchen, das mir den Zettel zugesteckt hatte. Sie war eine Frau, die gerade ihre eigene Illusion hatte zerbrechen sehen.

„Wie konntest du nur?“, flüsterte sie.

Es war keine Frage, es war eine Anklage.

Klaus versuchte, auf sie zuzugehen, seine Hand flehend ausgestreckt.

„Greta, warte! Ich erkläre es dir! Es war ein Missverständnis!“

Greta trat einen Schritt zurück, als würde sie ihn anfassen.

„Es gab kein Missverständnis. Ich habe dich gehört.“

Sie wandte sich von ihm ab. Ihr Blick traf meinen. Ein kurzes, wortloses Einverständnis, ein Moment der Solidarität zwischen zwei Frauen, die von demselben Mann verraten worden waren.

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