Der nächste Morgen brach an, kühl und grau, wie die Stimmung in Die Gemeinschaft des Friedens.
Ich saß allein in meinem kleinen Haus.
Die Stille war gespenstisch.
Sie war nicht die vertraute, friedliche Stille, die ich einst geliebt hatte.
Sie war eine Leere.
Lukas wartete auf seine Haftstrafe.
Seine Splittergruppe war zerschlagen, ihre Mitglieder hatten sich entweder zerstreut oder wurden von den Behörden befragt.
Dr. Lena Brandt begann, Thomas’ Familie bei der Verarbeitung des Geschehenen zu helfen.
Ich hatte gehört, dass sie mit den Meiers die Gemeinschaft verlassen wollten.
Pastor Reiner kämpfte verzweifelt um den Zusammenhalt einer Gemeinde, die zerrissen war, nicht nur von außen, sondern auch von innen.
Ich stand langsam auf.
Mein Körper fühlte sich schwer an, jeder Muskel schmerzte.
Ich überlegte, ob ich überhaupt noch meinen Morgenkaffee trinken sollte.
Es schien sinnlos.
Doch dann ging ich zur kleinen Küche.
Ich stellte das Wasser auf und holte meine Lieblingstasse heraus.
Ich gieße mir eine Tasse dampfenden Kaffee ein.
Der Duft erfüllte den Raum, ein kleiner Anker in der gespenstischen Leere.
Ich trug die Tasse zum Fenster.
Von dort aus blickte ich über die Felder, die sich unter dem grauen Himmel erstreckten.
Die vertraute Landschaft, die sich so fremd anfühlte.
Es ist seltsam, wie die Stille, die ich einst suchte, nun eine Leere hinterlässt.
Doch in dieser Leere liegt auch eine unerwartete Klarheit.
Ich hatte die Wahl getroffen.
Ich hatte die Wahrheit über den Tod meines Sohnes Elias ans Licht gebracht.
Und das war es wert gewesen.
Manchmal ist der Frieden, den man jahrzehntelang bewahrt hat, kein wahrer Frieden, sondern nur die Abwesenheit der Wahrheit.
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