Chapter 2: Die Schachpartie beginnt

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Ihre Betrügereien zerlegten die Richter-Familie – und ich besaß das Penthouse, das sie für ihre Zentrale hielten.

Chapter 1: Eine Geburtstagsparty und ihr bitterer Gast

Chapter 2: Die Schachpartie beginnt

Chapter 3: Rufmord in den Schlagzeilen

Chapter 4: Flüstern im Schatten

Chapter 5: Die Wahrheit in seinem Blick

Chapter 6: Der Sturm legt sich

Chapter 7: Ein Sonntag auf Grunewald

Die Tür von Katjas Büro fiel mit einem leisen Klicken ins Schloss, und der Geruch von frischem Kaffee hing in der Luft, eine seltsam beruhigende Note nach dem Chaos der letzten Nacht. Ich sah zu meiner PR-Managerin, Katja, die mit blassem Gesicht hinter ihrem Schreibtisch saß und die zusammengefalteten Scheidungspapiere in ihren Händen hielt, als wären sie ein giftiges Omen.

“Lena”, begann sie, ihre Stimme war nur ein Flüstern.

“Das ist Wahnsinn. Dieses ganze Theater auf deiner Gala? Und die Betrugsvorwürfe? Markus ist völlig durchgedreht, und Helga… ich kann es nicht fassen.”

Ich nickte langsam, meine Lippen formten ein kleines Lächeln, das Katja nicht verstand. Ich sah ihre Verwirrung, die Sorge in ihren Augen, und ich wusste, dass jetzt der Moment war, die Fassade fallen zu lassen.

“Er ist nicht durchgedreht, Katja”, sagte ich ruhig.

“Das war genau der Plan.”

Katjas Augen weiteten sich, ihre Kinnlade fiel leicht herab. Sie blinzelte ein paar Mal, als hätte sie sich verhört.

“Was… was meinst du damit? Plan? Lena, du hast eine Scheidungsklage auf deiner eigenen Geburtstagsparty serviert bekommen! Live im Fernsehen! Du warst… du warst schockiert!”

Ich schüttelte den Kopf.

“Nein. Ich war nicht schockiert. Ich habe das alles inszeniert. Jeder einzelne Schritt.”

Katja legte die Papiere auf den Tisch, ihre Hand zitterte leicht.

“Das ist ein schlechter Scherz, oder? Du… du warst die Architektin deiner eigenen Demütigung? Warum um Himmels willen sollte jemand so etwas tun?”

Ich lehnte mich zurück und atmete tief ein, das Gewicht der letzten Monate schien mit diesem Geständnis von mir abzufallen.

“Weil es der einzige Weg war, sie zu schnappen. Und um unwiderlegbare Beweise zu sammeln. Markus und Helga sind nicht dumm. Sie sind vorsichtig. Aber sie sind gierig.”

Ich begann, ihr die Geschichte zu erzählen, von den ersten Zweifeln, die sich vor Monaten in mir regten, von den kleinen Unstimmigkeiten in den Finanzunterlagen, die ich zufällig entdeckt hatte. Ich erzählte ihr, wie ich zu Renate gegangen war, meiner Großtante, die ein wandelndes Archiv der Kroll-Familiengeschichte war.

Renate kannte Markus schon als Kind. Sie sah in ihm immer einen opportunistischen Schatten, der nur darauf wartete, zuzuschlagen. Sie hatte mich gewarnt, als ich Markus heiratete. Sie hatte mich gewarnt, als er begann, sich um meine Finanzen zu kümmern. Ich hatte ihre Warnungen damals als übertriebene Sorge einer älteren Frau abgetan.

“Tante Renate”, erklärte ich, “hatte mir schon vor Monaten gesagt, dass Markus darauf aus ist, mein Erbe zu plündern. Sie kannte seine Methoden, seine Schwachstellen. Sie hat mir geholfen, alles zu planen. Jeden einzelnen Schritt.”

Katja hörte schweigend zu, ihre Augen folgten jeder meiner Bewegungen.

“Sie hat mir beigebracht, Markus glauben zu lassen, er hätte die volle Kontrolle. Sie sagte, wenn man einen Fuchs fangen will, muss man ihn in die Falle locken. Und der Köder musste ich sein, scheinbar wehrlos.”

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