Ihre Betrügereien zerlegten die Richter-Familie – und ich besaß das Penthouse, das sie für ihre Zentrale hielten.
Der Druck auf Markus wuchs stetig. Die Wirtschaftsnachrichten berichteten immer offener über die “fragwürdigen Finanzierungspraktiken” seiner Firma. Investoren zogen sich zurück, Projekte wurden auf Eis gelegt. Markus’ Welt begann still und leise zu zerbröseln. Der Anruf kam unerwartet, aber ich hatte ihn erwartet.
“Lena”, sagte Markus’ Stimme am Telefon, kalt und scharf, “Wir müssen reden. Sofort. Ich komme zu dir.”
Keine Frage, keine Bitte, nur eine Forderung. Ich stimmte zu und wartete in der Villa auf ihn, dem Haus, das einst unser gemeinsames Heim gewesen war und nun zu einem Schlachtfeld der Lügen wurde. Ich saß im Wohnzimmer, in dem wir so viele Abende verbracht hatten, und starrte auf das leere Kaminfeuer.
Wenige Minuten später riss die Tür auf, und Markus stürmte herein, sein Gesicht war rot und verzerrt vor Wut. Er sah nicht mehr aus wie der selbstbewusste, arrogante Produzent, den ich geheiratet hatte. Seine Anzüge wirkten zerknittert, seine Haare waren zerzaust. Er war ein Mann am Rande des Abgrunds.
“Was zur Hölle ist hier los, Lena?!”, brüllte er, seine Stimme hallte durch die hohen Räume.
“Meine Firma bricht auseinander! Meine Investoren springen ab! Überall tauchen Gerüchte auf, dass ich meine Projekte nicht finanzieren kann! Das bist du, nicht wahr? Du steckst dahinter!”
Ich sah ihn nur an, meine Miene war emotionslos, mein Blick leer. Ich sagte kein Wort. Markus war außer sich. Er fuchtelte mit den Händen in der Luft herum.
“Red doch! Sag etwas! Hast du nicht genug Schaden angerichtet? Zuerst die Scheidung auf deiner Gala, dann die ganzen Lügen, die du über mich verbreitest! Ich weiß, dass du das bist!”
Ich legte den Kopf leicht schief, als würde ich ihn studieren, ohne eine Reaktion zu zeigen. Meine Stille schien ihn noch mehr in Rage zu versetzen.
“Glaubst du, du bist clever?!”, spottete er.
“Du dachtest, du könntest mich so einfach loswerden und mein Geld behalten? Ich bin nicht dumm, Lena! Ich weiß, was du für ein Mensch bist!”
Er trat näher an mich heran, seine Augen funkelten vor Hass.
“Du bist von Anfang an eifersüchtig auf meinen Erfolg gewesen. Du wolltest mich immer nur kleinhalten. Und jetzt, wo es bergauf geht, versuchst du, mich zu zerstören!”
Meine Lippen blieben fest geschlossen. Ich ließ ihn reden, ließ seine Wut wie ein Feuerwerk abbrennen. Ich wusste, dass seine Wut bald in Verzweiflung umschlagen würde.
“Die Gala”, sagte er plötzlich, seine Stimme war jetzt leiser, aber noch gefährlicher.
“Dein Blick. Deine Ruhe, als Helga dir die Papiere gab. Du warst nicht schockiert, nicht wahr? Du hast mich angesehen, als würdest du ein Kind beobachten, das einen schlechten Witz erzählt. Du wusstest es. Du hast es gewusst, oder?”
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