Chapter 2: Lissabons dunkle Schatten

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Eine Weihnachtskarte für ein Heim: Wie ich die Gier meines Sohnes und sein verstecktes Mafia-Geheimnis aufdeckte

Chapter 1: Die unheilvolle Weihnachtskarte

Chapter 2: Lissabons dunkle Schatten

Chapter 3: Der Preis des Schweigens

Chapter 4: Verrat aus nächster Nähe

Chapter 5: Die Rückkehr der Königin

Chapter 6: Der Notar und die Lügen

Chapter 7: Das unwürdige Gericht

Chapter 8: Das Echo der Entscheidung

Chapter 9: Ein brüchiger Frieden

Hannelore saß in der kleinen, aber eleganten Mietwohnung in Lissabon. Ein dünner Sonnenstrahl fiel durch das Fenster und tanzte auf dem Parkettboden.

Ihre Finger zuckten leicht, ein weiteres Anzeichen des unerbittlichen Parkinsons. Sie hielt ein altes, ledergebundenes Notizbuch in der Hand.

Ihr Blick wanderte über die sorgfältig in Franz’ Handschrift notierten Namen und Zahlen. Jede Seite ein Echo einer gefährlichen Vergangenheit.

„Es ist eine Bürde, nicht wahr, Frau Schmidt?“, sagte Herr Gruber, der ihr gegenübersaß. Seine Stimme war ruhig, seine Augen wachsam.

Hannelore nickte langsam.

„Eine, die ich nie haben wollte.“

Herr Gruber reichte ihr eine Tasse starken portugiesischen Kaffee. Der Duft füllte den Raum.

„Ihr Mann hat Ihnen diese Last anvertraut, weil er Ihnen vertraute. Weil er wusste, dass Sie stark sind.“

Sie blickte auf das Notizbuch. Die Tinte war verblichen, die Geheimnisse darin so lebendig wie eh und je.

„Was tun wir jetzt, Herr Gruber? Was soll ich tun? Ich bin eine alte Frau, krank.“

Herr Gruber legte eine Hand auf ihren Unterarm. Seine Berührung war sanft, aber bestimmt.

„Wir sorgen dafür, dass das Erbe Ihres Mannes sicher ist. Und wir sorgen dafür, dass Sie sicher sind.“

Er schob ihr ein Tablet über den Tisch. Darauf waren Finanzübersichten und Listen mit Namen, die Hannelore nicht kannte.

„Diese Leute haben sich in den letzten Monaten gemeldet. Sie suchen nach den ‚Ruheständen‘, wie sie es nennen. Nach den verschwundenen Geldern.“

Hannelore spürte einen kalten Schauer.

„Und Klaus?“

Gruber seufzte leise.

„Ihr Sohn ist, mit Verlaub, nicht gerade diskret vorgegangen. Er hat versucht, über verschiedene Kanäle an ‚Familienvermögen‘ heranzukommen.“

Hannelore schloss die Augen für einen Moment. Sie sah Klaus vor sich, immer auf der Suche nach dem schnellen Geld.

„Er wusste also davon? Von Franz’ Geschäften?“

„Er wusste, dass es ‚geheime Familienwerte‘ gab“, bestätigte Gruber. „Er wusste von der Existenz eines Netzwerks, das Ihr Mann einst mit aufgebaut hat. Aber er verstand die Tragweite nicht.“

Gruber lehnte sich zurück.

„Er hat wohl immer geglaubt, es wäre ein einfacher Schatz, der darauf wartet, gehoben zu werden. Ein Bonus, der ihm zusteht.“

Der Gedanke ließ Hannelore schaudern. Klaus hatte die Gefahr nie wirklich erfasst.

Er sah nur Zahlen, wo Franz ein kompliziertes, gefährliches Gebilde verwaltet hatte.

Während Hannelore in Lissabon versuchte, die Kontrolle über Franz’ Vermächtnis zu behalten, gerieten die Dinge in Deutschland außer Kontrolle.

Klaus und Sabine saßen in ihrem Wohnzimmer, umgeben von ungeöffneten Rechnungen. Ein Stapel Mahnungen lag auf dem Couchtisch.

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