Chapter 3: Der ahnungslose Notar

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Der Mann, der seine Ex-Frau verspottete, entdeckte, dass sie eine gemeinsame Tochter hatten – und ein dunkles Geheimnis

Chapter 1: Die Augen der Kleinen

Chapter 2: Das Doppelleben der Matriarchin

Chapter 3: Der ahnungslose Notar

Chapter 4: Ein Geist aus Helgas Vergangenheit

Chapter 5: Die versteckte Klausel

Chapter 6: Das Tribunal der Wahrheit

Chapter 7: Der Fall des Titans

Chapter 8: Fünf Jahre später

Der Schatten rief mich eine weitere Woche später in sein Büro. Die Luft war immer noch stickig, aber jetzt hing ein Hauch von Kaffee in der Luft. Er deutete auf einen Stuhl.

„Ich habe den Anwalt gefunden. Oder besser gesagt, den, der als Anwalt posiert hat.“

Er schob mir ein Foto über den Tisch. Darauf war ein Mann mittleren Alters zu sehen, in einem etwas zu großen Anzug, mit unsicherem Lächeln. Es war das gleiche Gesicht, das auf den manipulierten Fotos gewesen war, die Helga Lena angehängt hatte.

„Das ist Herr Schmidt“, sagte Der Schatten. „Kein Anwalt. Ein Notar aus Gütersloh. Klein, unauffällig, aber penibel genau in seiner Arbeit.“

Ich starrte auf das Bild.

„Ein Notar? Helga hat ihn benutzt?“

„Ja. Aber nicht so, wie du denkst. Er wusste nichts von der Täuschung. Er ist ein Bürokrat, Elias. Ein Mann der Papiere. Und Helga wusste, wie man solche Leute einspannt.“

Der Schatten klappte seinen Laptop auf.

„Schmidt ist seit Jahren der Notar, der die komplizierten Familientreuhandschaften der Webers betreut. Er ist der Hüter des heiligen Grals, sozusagen. Die Familienstiftung, die Immobilien, die Beteiligungen. Und Helga hat ihn mit einer Geschichte gefüttert.“

„Was für eine Geschichte?“, fragte ich, spürte, wie meine Faust sich ballte.

„Sie hat ihm erzählt, dass Lena ‚persönliche Probleme‘ hätte. Dass sie ‚mentale Aussetzer‘ hätte und ‚unzuverlässig‘ sei. Dass sie sich mit einem neuen ‚Anwalt‘ treffen würde, um ihre Finanzen ‚zu regeln‘ und die Familie nicht mehr belasten wolle.“

Ich presste die Lippen zusammen. Der Schlag war noch härter, als ich erwartet hatte.

„Sie hat Lenas Namen in den Dreck gezogen, um ihn zu manipulieren.“

„Genau. Schmidt hat Helgas Anweisungen befolgt. Er hat geglaubt, er würde der Familie Weber und einer vermeintlich ‚verwirrten‘ Lena einen Gefallen tun, indem er die ‚veruntreuten‘ 420.000 Euro sicherstellt und in ein separates Konto überführt.“

„Ein Offshore-Konto“, ergänzte ich.

Der Schatten nickte.

„Eine ziemlich verschachtelte Angelegenheit. Drei Zwischenbanken, eine Briefkastenfirma auf den Cayman-Inseln. Aber die Spur führt eindeutig zu einem Konto, das Helga Weber persönlich kontrolliert. Die Transaktionsnummern, die Begleitschreiben – alles da.“

Er schob mir einen Stapel Ausdrucke zu. Kontoauszüge, Überweisungsbelege, Korrespondenz mit der Briefkastenfirma. Die Papiere zeigten eine unbestreitbare Kette von Ereignissen. Helga hatte es geschafft, Herr Schmidt als ahnungslosen Handlanger zu benutzen, um den Betrug so professionell aussehen zu lassen, dass niemand Verdacht geschöpft hätte.

„Dieser Schmidt… wusste er wirklich nichts?“, fragte ich.

„Er hat blind vertraut. Helga hat ihm vorgegaukelt, sie würde Lena vor sich selbst schützen. Und Schmidt wollte professionell korrekt sein. Er hat alle Unterlagen angefordert, die Helga ihm gegeben hat, um die Überweisung zu rechtfertigen. Einschließlich der manipulierten Fotos.“

„Die Fotos, die Lena mit einem ‚Anwalt‘ zeigten, um ihre angebliche Affäre zu untermauern und sie als finanziell unverantwortlich darzustellen.“

„So ist es“, bestätigte Der Schatten. „Ein perfektes Verbrechen, wenn man bedenkt, wie gut Helga die Gutgläubigkeit und das Pflichtgefühl dieses Mannes ausgenutzt hat.“

Die Erkenntnis traf mich wie ein Schlag. Helga hatte nicht nur die Fotos gefälscht und das Geld gestohlen. Sie hatte einen unbescholtenen Mann zu ihrem Werkzeug gemacht, ihn Teil einer Lüge werden lassen, die Lenas Leben zerstörte. Die Raffinesse und die Kaltblütigkeit dahinter waren erschreckend.

Ich rief Lena an, kaum dass ich aus Der Schattens Büro war.

„Wir haben den Anwalt gefunden, Lena“, sagte ich, meine Stimme war rau vor Enttäuschung.

„Und? Ist er derjenige, den du erwartet hast?“

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