Chapter 3: Tante Elisabeths altes Wissen

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Die gefeierte Schauspielerin Helena Richter und das herzzerreißende Geheimnis um ihren verlorenen Sohn, enthüllt durch blaue Augen und alte Textnachrichten

Chapter 1: Blaue Augen in der Gasse

Chapter 2: Die trügerische Ruhe des Vermieters

Chapter 3: Tante Elisabeths altes Wissen

Chapter 4: Das Medaillon der Wahrheit

Chapter 5: Die tickende Boulevard-Bombe

Chapter 6: Die unausgesprochene Konfrontation auf der Gala

Chapter 7: Die schmerzhafte Wahrheit

Chapter 8: Eine lange Zeit später

Der Geruch von Kamillentee und alten Büchern empfing mich in Tante Elisabeths kleiner Wohnung.

Sie saß in ihrem Lieblingssessel, ein zerlesenes Buch in ihren knochigen Händen.

Ihre Augen, so klar wie Bergseen, trafen meine.

„Helena, mein Kind“, sagte sie und legte das Buch beiseite.

„Du siehst aus, als hättest du einen Geist gesehen.“

Ich setzte mich ihr gegenüber, mein Herz schlug unregelmäßig.

Ich hielt die Quittungen nicht mehr in der Hand, die hatte ich in meiner Wohnung gelassen.

Ich wollte ihre Erinnerungen nicht durch externe Beweismittel beeinflussen.

„Tante Elisabeth“, begann ich, meine Stimme leise.

„Ich muss dich etwas fragen. Etwas über meine Mutter. Und über… die Vergangenheit.“

Sie nickte langsam, ihre Augen musterten mich aufmerksam.

„Ich ahnte, dass dieser Tag kommen würde. Deine Mutter hat mir immer gesagt, dass bestimmte Geheimnisse früher oder später ihren Weg finden.“

Meine Kehle war trocken.

„Geheimnisse? Welche Geheimnisse?“

Sie seufzte, ein leiser, fast schmerzhafter Laut.

„Deine Mutter hat mir vor vielen Jahren von einem ‚schrecklichen Fehler‘ erzählt. Ein Fehler, der sie ein Leben lang verfolgt hat.“

Ich lehnte mich vor.

„Ein Fehler? Was meinte sie damit?“

Elisabeth schloss kurz die Augen, als würde sie in den Nebeln der Erinnerung wühlen.

„Sie war verzweifelt, Helena. So verzweifelt, wie ich sie nie zuvor oder danach gesehen habe.“

„Sie hat mir davon erzählt, als du noch sehr jung warst. Kurz nachdem… nachdem dein erster Mann dich verlassen hatte.“

Ich runzelte die Stirn.

Mein erster Mann hatte mich verlassen, als ich schwanger war.

Dieses Trauma hatte ich tief vergraben.

„Sie sprach von einer ‚geheimen Abmachung‘“, fuhr Elisabeth fort.

„Einer Vereinbarung, die sie treffen musste, um die Familie zu schützen. Um einen Skandal zu verhindern.“

Ein kalter Griff packte mein Herz.

Skandal.

Das Wort, das meine Mutter so oft benutzt hatte.

Das Wort, das meine eigene Karriere prägte.

„Was für eine Abmachung? Mit wem?“, fragte ich, meine Stimme kaum hörbar.

Elisabeth schüttelte den Kopf.

„Sie ist verstorben, bevor sie mir alles erklären konnte. Sie sagte nur, sie sei gezwungen gewesen, eine Wahl zu treffen. Eine Wahl, die ihr das Herz gebrochen hat.“

Meine Gedanken rasten.

Bergmanns Quittungen.

Seine Andeutungen über alte, vertrauliche Geschäftsbeziehungen.

„Hat das etwas mit… Herrn Bergmann zu tun?“, fragte ich.

Elisabeths Augen weiteten sich leicht.

Ein Ausdruck von Überraschung, dann ein stechender Schmerz, huschte über ihr Gesicht.

„Bergmann?“, sagte sie, ihre Stimme war rau.

„Ja. Ja, ich erinnere mich.“

Sie griff nach meiner Hand, ihre alten Finger waren überraschend fest.

„Es gab eine alte Fehde zwischen unserer Familie, den Richters, und den Bergmanns. Eine sehr alte, sehr bittere Angelegenheit.“

Ich war schockiert.

Davon hatte ich nie etwas gehört.

„Eine Fehde? Welche Art von Fehde?“

„Land“, sagte sie schlicht.

„Und Stolz. Generationen von Streitigkeiten über Besitz und Ehre. Die Bergmanns waren immer die Neider, die Emporkömmlinge, die versuchten, sich auf Kosten anderer zu bereichern.“

Sie spuckte das Wort „Bergmann“ beinahe aus.

„Besonders dieser Klaus. Er war schon immer hinterhältig. Ein Schlangenzüchter, wie deine Großmutter ihn nannte.“

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