Chapter 6: Das zerbrochene Siegel

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Mein Sohn ließ meine fiebernde Enkelin mit Tabletten allein; ein geheimer Zettel im Schrank enthüllte seine düstere Absicht.

Chapter 1: Die unsichtbare Wunde

Chapter 2: Die stille Drohung

Chapter 3: Das Netz der Lügen

Chapter 4: Die unsichtbaren Narben

Chapter 5: Ein Schatten aus der Vergangenheit

Chapter 6: Das zerbrochene Siegel

Chapter 7: Die öffentliche Enthüllung

Chapter 8: Der Fall der Kronbergs

Chapter 9: Eine neue Stille

Die kommenden Tage waren eine einzige Adrenalin-Welle. Klara und ich arbeiteten wie im Fieber, um das Treffen mit Markus Weber vorzubereiten. Jürgen, wie versprochen, agierte im Hintergrund. Er schickte Klara eine kryptische Nachricht mit Flugdaten und einem Kontakt in Zürich – ein Name, der aus einer anderen Zeit zu stammen schien, kurz und prägnant, mit einer ebenso kurzen Anweisung, wie man ihn erkennen würde. Keine weiteren Details, nur die Gewissheit, dass mein Vater seine Netzwerke aktiviert hatte.

Klara war akribisch. Sie sicherte ihre digitalen Daten auf mehreren externen Festplatten, die sie versteckte. Ihre Notizen und Dokumente kopierte sie, legte sie an verschiedenen Orten ab. Sie fühlte, dass der Druck stieg, und war extrem vorsichtig. Jede E-Mail, jeder Anruf wurde verschlüsselt, jede Bewegung bedacht. Die von Kronbergs würden sicherlich alles tun, um uns aufzuhalten.

Ich beobachtete sie, mein Herz schlug vor Angst und Hoffnung. Wir waren so nah dran.

Klara buchte ihre Flugtickets nach Zürich unter einem Decknamen, den Jürgen ihr gegeben hatte. Sie sendete eine verschlüsselte Bestätigung an Markus Weber, in der sie die Details des Treffens nannte. Eine kleine, vage Hoffnung keimte in mir auf.

In der Nacht, nachdem Klara die Bestätigung an Markus gesendet hatte, saß ich in meiner provisorischen Wohnung bei meiner Freundin und versuchte zu schlafen. Ich hatte ein ungutes Gefühl, eine Vorahnung, die mich nicht losließ. Es war die Art von Instinkt, die ich in meiner Kindheit an der Seite meines Vaters gelernt hatte.

Dann kam der Anruf von Klara. Ihre Stimme war panisch, kaum verständlich.

„Lena!“, schrie sie ins Telefon. „Sie waren hier! Sie haben meine Wohnung verwüstet!“

Mein Blut gefror in den Adern. Ich rannte sofort los, die wenigen Minuten bis zu Klaras kleiner Studentenwohnung fühlten sich an wie eine Ewigkeit.

Als ich die Tür aufstieß, traf mich der Anblick mit voller Wucht. Chaos. Pures, mutwilliges Chaos. Möbel waren umgestoßen, Bücher aus den Regalen gerissen, Kleidung aus den Schränken geworfen. Es sah aus, als hätte ein Wirbelwind gewütet.

Klara stand inmitten der Zerstörung, ihre Augen waren weit vor Schock, Tränen liefen ihr über das Gesicht.

„Mein Laptop… er ist weg“, stammelte sie. „Und alle meine Backup-Festplatten. Sie wussten, wonach sie suchen mussten. Es ist alles weg.“

Mein Magen zog sich zusammen. Die von Kronbergs hatten ihren Plan durchschaut. Sie hatten nicht nur ihre Drohung eskaliert, sie hatten uns ins Visier genommen. Das war eine klare Botschaft: Wir wissen, was ihr vorhabt, und wir werden euch aufhalten.

„Wer… wer war das?“, fragte ich, meine Stimme zitterte.

Klara schüttelte den Kopf. „Ich weiß es nicht. Ich war nur kurz einkaufen. Als ich zurückkam…“ Sie zeigte auf die offene Tür, die nur angelehnt war. „Sie haben keine Einbruchsspuren hinterlassen. Nur… das hier.“

Es war eine professionelle Arbeit. Gezielt. Sie wollten keine physische Gewalt, sie wollten uns nur unsere Waffen nehmen.

„All die Daten… die Dokumente…“, flüsterte ich. Ohne Klaras Recherchen und die gesicherten Informationen waren wir wieder am Anfang. Die Chance, Sebastian zu überführen, schwand dahin.

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