Chapter 6: Die inszenierte Fassade

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Investor Lukas Herzog wird auf Vaters Geburtstag öffentlich gedemütigt und entzieht der Familie die gesamte finanzielle Unterstützung

Chapter 1: Die stumme Lüge der Familie

Chapter 2: Die Warnung der Ex-Geliebten

Chapter 3: Das flüchtige Detail des Verwalters

Chapter 4: Der heimliche Sündenpfuhl

Chapter 5: Sofias zerbrochenes Bild

Chapter 6: Die inszenierte Fassade

Chapter 7: Der stille Zusammenbruch

Chapter 8: Die erste leise Reue

Chapter 9: Ein neuer Morgen an der Alster

Nach der erschütternden Konfrontation mit Sofia wusste ich, dass ich schnell handeln musste. Konrad würde, wenn er nur den geringsten Wind von Sofias Zweifeln bekäme, seine Strategie ändern. Ich brauchte einen letzten, unwiderlegbaren Beweis, der seine Manipulation und seine Geringschätzung der Familie Herzog dokumentierte.

Ich kontaktierte Lena. Sie war nicht überrascht, als ich ihr von Sofias Teilständnis erzählte.

“Er wird jetzt nervös sein”, sagte sie. “Er spürt, wenn der Boden unter ihm nachgibt. Er wird versuchen, sich noch mehr abzusichern, noch mehr Geld zu mobilisieren.”

“Genau das müssen wir nutzen”, sagte ich. “Wir inszenieren einen Großinvestor. Eine letzte große Chance für ‘AlsterConnect’, bei der er sich beweisen muss. Und ich bin dabei.”

Lena zögerte kurz. “Das ist riskant, Lukas. Er wird versuchen, Sie wieder ins Boot zu holen.”

“Ich weiß”, erwiderte ich. “Aber ich muss seine Worte hören. Ich muss ihn hören, wie er meine Familie verkauft.”

Lena stimmte zu, einen Kontakt herzustellen – einen Schauspieler, der die Rolle eines erfahrenen, aber gutgläubigen Investors spielen konnte, der an die “revolutionäre” Technologie glaubte. Diskretion war oberstes Gebot. Wir wählten ein luxuriöses, aber neutrales Hamburger Bürogebäude für das Treffen.

Zwei Tage später saß ich mit dem vermeintlichen Investor, einem Herrn Dr. Brandt, in einem eleganten Konferenzraum. Lena hatte diskret eine kleine Audioaufnahme auf dem Tisch unter einem Aktenordner platziert. Sie wartete in einem Nebenzimmer, bereit, jedes Wort aufzuzeichnen.

Pünktlich auf die Minute erschien Konrad. Er strahlte förmlich. Sein Anzug war makellos, sein Lächeln breit und selbstbewusst. Er schüttelte unsere Hände, seine Augen blitzten vor Eifer.

“Herr Dr. Brandt, Herr Herzog”, begrüßte er uns mit der ihm eigenen Charmeoffensive. “Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen. Sie werden es nicht bereuen.”

Er legte seine Präsentation auf den Tisch, die Folien waren glänzend, die Grafiken beeindruckend. Die Zahlen waren optimistisch, die Prognosen fantastisch. Er sprach von exponentiellem Wachstum, von disruptiven Technologien, von einem Markt, der nur darauf wartete, von “AlsterConnect” erobert zu werden.

“Unsere KI-Algorithmen”, erklärte Konrad mit Inbrunst, “sind so fortschrittlich, dass sie nicht nur den Markt revolutionieren, sondern auch neue ethische Standards setzen werden.”

Ich beobachtete ihn genau. Seine Augen waren wach, aber es lag eine leichte Nervosität in seiner Stimme, die er geschickt überspielte. Er wusste, dass viel auf dem Spiel stand.

Dr. Brandt spielte seine Rolle perfekt. Er stellte wohlwollende Fragen, zeigte sich beeindruckt, aber auch vorsichtig. “Ein so ambitioniertes Projekt braucht natürlich auch eine solide finanzielle Basis, Herr Klein. Wie sehen Sie die weiteren Investitionsrunden?”

Konrad nickte zustimmend. “Absolut, Herr Dr. Brandt. Und genau hier kommt die Familie Herzog ins Spiel.”

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