Chapter 7: Die Folgen

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Die Stille nach Thomas’ Abführung war ohrenbetäubend. Frau Gruber blieb noch einen Moment, um die Aufnahme zu sichern und einige Details zu klären. Ich spürte eine bleierne Müdigkeit, die mich überrollte, sobald der Adrenalinspiegel sank. Ich hatte meinen Sohn verhaftet sehen, und obwohl es notwendig war, hinterließ es eine tiefe Narbe in meiner Seele.

Frau Gruber versicherte mir, dass Notar Herr Schmidt ebenfalls in seinem Büro festgenommen worden war.

„Die Kollegen waren direkt nach unserem Telefonat bei ihm“, erklärte sie.

„Sein Geständnis und die Beweise, die Sie geliefert haben, waren ausreichend. Seine Notarlizenz wird umgehend entzogen, und er wird sich wegen Korruption und Beihilfe verantworten müssen.“

Ich nickte. Es war die einzig richtige Konsequenz. Schmidt hatte seine Position und sein Vertrauen missbraucht.

„Was passiert jetzt mit Thomas?“, fragte ich, meine Stimme klang rau.

„Er wird in Gewahrsam genommen und einem Richter vorgeführt“, sagte Frau Gruber.

„Die Anklage wird wegen Kindeswohlgefährdung, versuchten Betrugs und Erbschaftsmanipulation erfolgen. Die Beweislage ist erdrückend. Seine eigenen Aussagen auf den Aufnahmen, die Forum-Beiträge und Schmidts Geständnis sprechen eine klare Sprache.“

Ich schloss die Augen. Der Gedanke, dass mein Sohn ins Gefängnis gehen würde, war schwer zu ertragen, aber er hatte es sich selbst zuzuschreiben. Ich dachte an Mia, an ihre Unschuld. Es war der Preis, den Thomas für seine Gier zahlen musste.

Die nächsten Tage waren ein Wirbelwind aus Formalitäten. Ich verbrachte viel Zeit im Krankenhaus bei Mia. Ihr Zustand verbesserte sich stetig, die körperlichen Spuren der Überdosis verschwanden langsam. Doch die psychische Belastung war offensichtlich. Sie war oft still, ihre Augen blickten ins Leere. Dr. Meier hatte psychologische Unterstützung angeordnet.

„Sie hat ein Trauma erlitten, Herr Richter“, erklärte der Arzt.

„Das Vertrauen zu ihrem Vater ist erschüttert. Es wird Zeit brauchen, bis sie das verarbeitet hat.“

Ich saß an Mias Bett und las ihr Geschichten vor. Ihre kleine Hand suchte oft meine.

„Papa kommt nicht mehr, oder, Opa?“, fragte sie mich eines Abends leise.

Ich strich ihr über das Haar.

„Nein, mein Schatz“, sagte ich.

„Papa muss jetzt für eine Weile wegbleiben. Aber ich bin da. Immer.“

Sie k kuschelte sich an mich, und ich spürte ihren kleinen Herzschlag. Das war es, was zählte. Ihre Sicherheit. Ihr Vertrauen.

Ich begann umgehend mit den rechtlichen Schritten, um die Vormundschaft für Mia zu beantragen. Ein Anwalt, den Frau Gruber mir empfohlen hatte, versicherte mir, dass meine Chancen sehr gut stünden. Die Umstände von Thomas’ Verhaftung und seine Taten waren eindeutig. Gleichzeitig wurde der Prozess eingeleitet, um das von Notar Schmidt erstellte, manipulierte Dokument für ungültig zu erklären. Das war eine wichtige Absicherung für Mias Zukunft. Ihr Erbe, das ihr Helga zugedacht hatte, würde unberührt bleiben.

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