Chapter 2: Der Schatten des Verlags

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Former military officer exposes landlord's criminal past after funeral confrontation.

Chapter 1: Die Stunde der Wahrheit

Chapter 2: Der Schatten des Verlags

Chapter 3: Das doppelte Geheimnis

Chapter 4: Das Herz der Gemeinschaft

Chapter 5: Die schweigende Komplizin

Chapter 6: Der öffentliche Bruch

Chapter 7: Das schweigende Urteil

Chapter 8: Die leeren Räume

Chapter 9: Eine ungewisse Saat

Die leise Kälte des Betons durchdrang meine dünne Hose, als ich auf der Stufe vor Herrn Webers Haustür saß.

Mein Bauch spannte sich, ein kleiner, warnender Tritt meines Kindes lenkte mich für einen Moment ab.

Herr Weber hatte gesagt, er würde mich mit jemandem in Verbindung bringen, der Licht in dieses Dunkel bringen könnte.

Ich zögerte. Der Gedanke, Fremden von Benedikts Verrat zu erzählen, von der Stiftung meiner Mutter, die er auflösen wollte, war zermürbend. Doch die Vorstellung, alles zu verlieren, wog schwerer.

Ich holte tief Luft und zog mein Handy hervor.

„Frau Dr. Schuster, mein Name ist Lena Neumann“, begann ich, meine Stimme zitterte leicht, als die Kanzlei-Sekretärin abhob.

Die Anwältin hatte einen Ruf für Diskretion und Scharfsinn, wie Herr Weber betont hatte.

„Herr Weber hat mir Ihre Nummer gegeben. Es geht um eine sehr… heikle Angelegenheit.“

Ein paar Stunden später saß ich in einem schmucklosen Besprechungsraum. Frau Dr. Schuster war eine schlanke Frau mit wachen Augen und einem scharfen Blick. Sie hörte aufmerksam zu, ohne eine Mine zu verziehen, während ich die Geschichte erzählte. Die Demütigungen, das Schreiben, Benedikts Pläne.

„Es klingt nach einem klaren Versuch der Untreue, Frau Neumann“, sagte sie schließlich, ihre Stimme ruhig und sachlich.

„Aber ohne das Originaltestament Ihrer Mutter oder die genauen Satzungen der Stiftung sind wir auf Vermutungen angewiesen. Das von Ihnen erwähnte ‚Urlaubsschreiben‘ ist ein Schlüssel.“

Ich spürte eine Welle der Erschöpfung. Ich hatte gehofft, sie könnte eine schnelle Lösung finden.

„Ich verstehe“, sagte ich leise. „Herr Weber sagte, meine Mutter hätte Vorkehrungen getroffen. Ich muss das finden, was er meint.“

„Das wäre entscheidend“, bestätigte Frau Dr. Schuster. „Jeder Hinweis kann uns helfen. Ich werde in der Zwischenzeit die öffentlich zugänglichen Informationen über den Friedenslicht Verlag und die Stiftung Ihrer Mutter recherchieren. Jede ungewöhnliche Bewegung muss gemeldet werden.“

Während ich mich darauf konzentrierte, nach dem versteckten Testament zu suchen, hatte Herr Weber jedoch eine weitere Verbindung hergestellt. Er wusste, dass ich allein war und dringend Verbündete brauchte.

Er hatte sich mit einer Journalistin namens Clara Bergmann in Verbindung gesetzt. Clara hatte den Friedenslicht Verlag und die “Gemeinschaft des Friedens” schon seit Monaten im Visier. Sie vermutete schon lange Unregelmäßigkeiten, konnte sie aber nie beweisen.

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