Chapter 3: Das doppelte Geheimnis

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Former military officer exposes landlord's criminal past after funeral confrontation.

Chapter 1: Die Stunde der Wahrheit

Chapter 2: Der Schatten des Verlags

Chapter 3: Das doppelte Geheimnis

Chapter 4: Das Herz der Gemeinschaft

Chapter 5: Die schweigende Komplizin

Chapter 6: Der öffentliche Bruch

Chapter 7: Das schweigende Urteil

Chapter 8: Die leeren Räume

Chapter 9: Eine ungewisse Saat

Die Sonnenstrahlen drangen durch die hohen Fenster des „Hauses Gottesfrieden“, als ich am nächsten Morgen die Schwelle überschritt.

Jeder Schritt in diesem Haus, das einmal mein sicherer Hafen gewesen war, fühlte sich jetzt wie ein Übertritt in feindliches Gebiet an. Die Stille war erdrückend, erfüllte die großen Räume mit dem Echo meiner eigenen Angst. Benedikt und Elias waren noch immer fort, doch ihre Präsenz schwebte wie ein schlechter Geruch in der Luft.

Ich spürte einen Schauer über den Rücken laufen.

Herr Webers Worte hallten in meinem Kopf wider: „Such dort, wo niemand sucht.“

Der alte Schrank stand in der kleinen Bibliothek, die meine Mutter einst liebevoll eingerichtet hatte. Ein unscheinbares Möbelstück aus dunklem Eichenholz, versteckt in einer Nische, als wollte es nicht gefunden werden. Seine Oberfläche war glatt und kühl unter meinen Fingerspitzen.

Ich begann meine Suche methodisch. Ich strich über jede Platte, jede Leiste, klopfte vorsichtig. Die Schwangerschaft machte jede Bewegung beschwerlicher, mein Rücken schmerzte schon nach wenigen Minuten. Doch der Gedanke an Clara Bergmanns Beweise, an Benedikts dreiste Finanzmanipulationen, trieb mich an.

Ich überprüfte zuerst die offensichtlichen Stellen: lose Rückwände, unebene Böden. Nichts.

Ein leises Seufzen entwich mir. War ich auf dem Holzweg?

Ich erinnerte mich an meine Mutter. Sie war eine Frau, die Geheimnisse liebte, aber immer mit einem Sinn für das Praktische. Sie hätte nichts zu kompliziert gemacht, aber auch nichts zu offensichtlich.

Ich kniete mich hin, der Boden war kalt. Mit meinen Händen fuhr ich unter den untersten Regalboden. Dort war eine winzige Fuge, kaum sichtbar, die sich von den anderen unterschied. Ein kleines, unregelmäßiges Spaltmaß.

Mein Herz begann schneller zu schlagen.

Ich drückte vorsichtig dagegen. Nichts passierte. Ich versuchte es mit mehr Kraft, aber das Holz gab nicht nach.

Frustration machte sich breit. Ich holte einen kleinen Brieföffner aus einer Schublade des Schreibtisches. Mit der feinen Spitze fuhr ich in die Fuge. Ein leises Knirschen war zu hören.

Ein schmaler Streifen Holz löste sich langsam, Zentimeter für Zentimeter. Dahinter kam eine dünne, dunkle Platte zum Vorschein. Es war ein doppelter Boden, so perfekt eingepasst, dass er mit bloßem Auge unmöglich zu erkennen gewesen wäre.

Meine Hände zitterten, als ich die Platte zur Seite schob.

**Twist 4:** Dahinter verbarg sich nicht nur ein Hohlraum, sondern ein kleiner, fest im Schrank verankerter Stahlsafe. Er war ungefähr so groß wie ein Schuhkarton, dunkelgrau und mit einem simplen Drehschloss versehen.

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