Mein Sohn hatte Geburtstag, doch meine Mutter nutzte die Feier als Vorwand, um die Kontrolle über mein medizinisches Forschungsprojekt und mein Vermögen zu übernehmen.
Die Tür meines Büros öffnete sich leise, und Dr. Ben Keller, mein Kollege, schlich herein.
Seine Augen waren rot unterlaufen, sein Gesicht kalkweiß, als hätte er die ganze Nacht nicht geschlafen.
“Klaus”, murmelte er, seine Stimme kaum mehr als ein Flüstern.
Ich sah ihn an, die Wut der letzten Stunden noch immer in mir kochend.
Ich hatte ihn vor Stunden mit meiner Mutter belauscht, ein Gespräch, das ich erst jetzt in seiner vollen Tragweite begriff.
“Was willst du, Ben?”, fragte ich kühl, meine Arme verschränkt.
Ben zögerte, rang mit den Worten, als ob sie ihm im Hals stecken blieben.
Dann streckte er mir ein altes, aktiviertes Prepaid-Handy entgegen, ein Modell, das man seit Jahren nicht mehr sah.
Es sah aus, als wäre es eilig gekauft und nur für einen einzigen Zweck benutzt worden.
“Das hier ist von Martha”, sagte er und vermied meinen Blick.
Ich nahm das Handy, spürte das kalte Plastik in meiner Hand.
Ich wusste, dass es der Beginn einer unfassbaren Enthüllung war.
“Ich … ich war ihr Verbündeter”, gestand Ben, seine Stimme brach.
Ein Stich der Verzweiflung durchfuhr mich, eine bittere Bestätigung meiner schlimmsten Befürchtungen.
Ich hatte Ben immer für einen ehrgeizigen, aber anständigen Menschen gehalten, nicht für jemanden, der sich auf solch schmutzige Geschäfte einlässt.
“Sie hat mich gelockt”, fuhr Ben fort, seine Worte überschlugen sich.
“Mit dem Versprechen einer leitenden Forscherposition in deinem Projekt, einer größeren Beteiligung an den Patentrechten.”
Er sprach von Zahlen und Prozentsätzen, die Martha ihm als Köder präsentiert hatte, detaillierte Aufschlüsselungen, die einen sofortigen Aufstieg in der Forschungskarriere bedeuteten.
Sie hatte ihm ein Leben versprochen, das er sich durch jahrelange mühsame Arbeit nicht erkämpfen konnte.
Das Versprechen schien so verlockend, so greifbar.
Er hatte sich ausgemalt, wie sich seine Karriere durch diese Unterstützung beschleunigen würde, wie er endlich die Anerkennung erhalten würde, nach der er sich so lange gesehnt hatte.
“Ich sollte Gerüchte streuen”, sagte er, seine Stimme wurde lauter, als wolle er die Worte aus sich herauspressen.
“Über deine ‘instabile’ Natur, dein ‘unprofessionelles’ Verhalten.”
Der Gedanke, dass er, mein eigener Kollege, aktiv an der Zerstörung meines Rufs mitgewirkt hatte, war wie ein Schlag in die Magengrube.
Es war eine persönliche Grausamkeit, die tief saß.
“Sie hat es so überzeugend dargestellt”, erklärte Ben, Tränen stiegen ihm in die Augen.
“Als ob sie dich ‘beschützen’ wollte, weil du angeblich nicht in der Lage bist, dein eigenes Projekt zu leiten.”
Er schien sich selbst zu rechtfertigen, aber die Schuld in seinen Augen war unverkennbar.
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