Chapter 3: Das heimliche Versprechen

#content-1

Das Geheimnis im Modell: Wie ich meinen betrügerischen Mentor enttarnte und die Firma rettete.

Chapter 1: Die Kette der Wahrheit

Chapter 2: Der Schatten des Ferienhauses

Chapter 3: Das heimliche Versprechen

Chapter 4: Der versteckte Abschied

Chapter 5: Die schmerzhafte Konfrontation

Chapter 6: Der erste Sonnenstrahl

Chapter 7: Der Pfad zur ungewissen Ruhe

Der Termin bei Herrn Schmidt war für den nächsten Nachmittag angesetzt.

Die Stunden bis dahin zogen sich wie zäher Kaugummi, gefüllt mit einer beinahe unerträglichen Mischung aus Angst und einer aufkeimenden, kalten Wut.

Ich wusste, dass dieses Gespräch mit dem Notar entscheidend sein würde.

Jede Minute, die verging, schien mich näher an eine unausweichliche Wahrheit zu bringen, die ich gleichzeitig fürchtete und herbeisehnte.

Ich packte den Ausdruck der Wohnadresse der “Lagerwohnung” und Jans Zeichnung des Ferienhauses in meine Handtasche.

Es waren kleine, aber mächtige Beweisstücke.

Als ich das elegante Büro von Herrn Schmidt betrat, nickte er mir mit einer ernsten, fast beunruhigten Miene zu.

Sein Blick war ungewohnt direkt, als er mich aufforderte, Platz zu nehmen.

Sein Schreibtisch war wie immer penibel geordnet, stapelweise Dokumente lagen akkurat nebeneinander, als würde jede Unordnung seinen inneren Kompromiss stören.

„Frau Bachmann, schön, dass Sie sich melden“, sagte er, seine Stimme war kühl und professionell, doch ich spürte eine leichte Anspannung in seinen Worten.

„Der Verkauf des Ferienhauses ist in der Tat schon länger überfällig.“

Ich setzte mich ihm gegenüber, meine Hände ruhten gefaltet auf meiner Handtasche, versuchte, meine innere Unruhe zu verbergen.

„Ja, das finde ich auch, Herr Schmidt“, erwiderte ich, meine Augen suchten seine, versuchten, mehr als nur die Worte zu lesen.

„Gibt es denn schon Interessenten? Oder gab es in der Zwischenzeit irgendwelche Entwicklungen, von denen ich wissen sollte? Ich habe mich ja darauf verlassen, dass Sie den Prozess überwachen.“

Herr Schmidt räusperte sich.

Ein kleines, fast unmerkliches Zucken spielte um seine Mundwinkel, als würde er mit sich ringen.

„Nun, Frau Bachmann“, begann er langsam, seine Stimme sank merklich, „es gab in der Tat eine… ungewöhnliche Anfrage von Herrn Bachmann.“

Mein Herz setzte einen Schlag aus.

Ich spürte, wie das Blut in meinen Ohren rauschte.

Ich zwang mich, meine Fassung zu bewahren.

„Oh? Ungewöhnlich inwiefern?“, fragte ich, und ich war überrascht, wie ruhig meine Stimme klang.

Er schob ein paar Dokumente auf seinem Schreibtisch zurecht, mied meinen Blick.

„Herr Bachmann hatte vor einigen Wochen angefragt, ob es möglich sei, die Eigentumsübertragung des Ferienhauses ohne Ihre direkte Beteiligung zu arrangieren.“

Ich spürte, wie sich mein Magen zusammenzog, als hätte jemand fest zugegriffen.

Der Verdacht, der mich seit Tagen plagte, nahm Gestalt an.

„Ohne meine Beteiligung? Das ist doch gar nicht möglich, oder? Wir sind doch beide eingetragene Eigentümer.“

„Exakt“, sagte Herr Schmidt und hob eine Augenbraue, sein Blick war nun ernst.

„Das habe ich ihm auch erklärt. Ich habe ihm gesagt, dass dies ohne Ihre ausdrückliche und notariell beglaubigte Zustimmung nicht möglich ist.“

You May Also Like

More From Author

+ There are no comments

Add yours