Das Geheimnis im Modell: Wie ich meinen betrügerischen Mentor enttarnte und die Firma rettete.
Ich fuhr nach Hause, der Brief von Werner an Luisa lag wie ein eisiger Klumpen in meiner Handtasche.
Meine Tränen waren getrocknet, aber mein Inneres war ein einziger, brennender Schmerz.
Die kalte Wut, die sich in Herrn Schmidts Büro in mir aufgebaut hatte, war nun nicht mehr nur eine Flamme.
Sie war ein loderndes Feuer, das mich von innen heraus antrieb.
Ich war nicht mehr nur traurig.
Ich war entschlossen.
Ich parkte den Wagen in der Einfahrt, die Räder knirschten leise auf dem Kies.
Als ich die Haustür öffnete, hörte ich Werners Stimme aus dem Wohnzimmer.
Er saß auf dem Sofa, las die Abendzeitung, seine Beine lässig übereinandergeschlagen.
Er sah auf, ein Lächeln spielte um seine Lippen, als er mich bemerkte.
„Da bist du ja wieder, mein Schatz“, sagte er, seine Stimme war wie immer sanft und unschuldig, die Stimme des liebenden Ehemannes.
„Wie war der Termin beim Notar? Wegen des Ferienhauses, nehme ich an? Ich hoffe, es gab keine Schwierigkeiten.“
Sein Schauspiel, seine Heuchelei, ekelten mich zutiefst an.
Ich stellte meine Handtasche auf den kleinen Tisch neben der Tür.
Meine Bewegungen waren bewusst langsam und bedächtig.
Dann holte ich den vergilbten Brief heraus.
Meine Hand zitterte nicht mehr.
Meine Stimme war fest, klar und schneidend, als ich ihn ansprach.
„Ich habe da etwas, das ich dir zeigen muss, Werner.“
Er sah den vergilbten Umschlag in meiner Hand und sein Lächeln verschwand, als würde es von einem unsichtbaren Windstoß ausgelöscht.
Ein Blitz der Panik huschte über sein Gesicht, ein Moment der nackten Angst, bevor er sich wieder zu fangen versuchte.
„Was ist das denn?“, fragte er, seine Stimme war plötzlich rau, beinahe feindselig.
Er versuchte, seine Fassung wiederzugewinnen.
Ich legte den Brief langsam auf den Glastisch vor ihm, direkt zwischen uns.
„Das ist ein Abschied, Werner. Dein Abschied an Luisa.“
Seine Augen weiteten sich, als er die Handschrift und die Adressierung erkannte.
Sein Gesicht wurde kreidebleich, die Farbe wich aus seinen Wangen, und eine dünne Schweißschicht bildete sich auf seiner Stirn.
„Das… das ist Unsinn, Klara. Ich weiß nicht, was du da hast. Das muss eine Fälschung sein.“
Er versuchte, den Brief wegzuschieben, seine Hand zitterte nun deutlich.
Doch ich legte eine Hand darauf, hielt ihn fest, blockierte seinen Fluchtversuch.
„Oh doch, das weißt du, Werner. Ich habe ihn gelesen. Jeden einzelnen, zynischen Satz. Und ich weiß, dass es deine Schrift ist.“
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