Chapter 4: Der verborgene Mechanismus

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Zurück im Schloss Rabenstein begab ich mich direkt in die große Bibliothek.

Der Raum war beeindruckend, mit raumhohen Bücherregalen aus dunklem Holz, die bis zur kunstvoll bemalten Decke reichten.

Ein Geruch von altem Leder und Staub erfüllte die Luft.

Ich wusste, dass Herr Steiner den Blick zur Wand geworfen hatte, als er von “schützen” sprach.

Es musste hier sein.

Ich begann meine Suche systematisch, klopfte vorsichtig gegen die Rückwände der Regale, suchte nach Hohlräumen oder unregelmäßigen Oberflächen.

Meine Finger strichen über unzählige Buchrücken, während ich nach verborgenen Mechanismen oder lose sitzenden Brettern suchte.

Die Nachmittagsstunden vergingen.

Ich fand nichts.

Die Bibliothek war so massiv gebaut, so perfekt getarnt, dass ich anfing zu zweifeln.

Vielleicht hatte Steiner nur fantasiert.

Vielleicht war es doch nur Aberglaube.

Doch dann fiel mir etwas auf.

Ein großer, alter Wandteppich, der eine Jagdszene darstellte, hing an der Westwand des Raumes, genau dort, wo Steiner immer wieder hingeblickt hatte.

Er war älter und dunkler als die anderen, und seine Farben waren stark verblasst.

Ich ging darauf zu und strich über das grobe Gewebe.

Hinter dem Teppich spürte ich eine leichte Unregelmäßigkeit.

Es war kein massives Mauerwerk, sondern etwas, das sich hohl anfühlte.

Ich schob den schweren Teppich zur Seite.

Dahinter kam eine Vertäfelung aus dunklem Holz zum Vorschein, die sich nahtlos in die Wand einfügte.

Es gab keine sichtbaren Griffe oder Scharniere.

Doch mein Blick fiel auf eine kleine, kaum sichtbare Gravur in der Mitte der Vertäfelung.

Es war das Reimers-Wappen, aber mit einer zusätzlichen, winzigen Verzierung, die auf den ersten Blick wie ein Teil des Designs aussah.

Ich erinnerte mich an die Symbole im Stammbaum, die ich gefunden hatte.

Eines davon ähnelte dieser Verzierung.

Mit zitternden Fingern drückte ich leicht auf die Gravur.

Nichts geschah.

Ich versuchte es noch einmal, dieses Mal mit etwas mehr Kraft, und drehte dabei leicht.

Ein leises Klicken war zu hören, das in der Stille des Raumes überraschend laut klang.

Die Vertäfelung verschob sich mit einem leisen Ächzen nach innen und schwang dann langsam zur Seite, um eine dunkle, enge Öffnung freizugeben.

Eine Geheimkammer.

Mein Herz pochte wie wild in meiner Brust.

Der Geruch von Moder und alter Luft schlug mir entgegen.

Ich zückte mein Handy und schaltete die Taschenlampe ein.

Der Strahl schnitt durch die Dunkelheit und enthüllte einen kleinen, staubigen Raum.

Regale aus rohem Holz säumten die Wände, beladen mit Büchern, Rollen und versiegelten Umschlägen.

Es war genau das, was Herr Steiner “geschützt” hatte.

Meine Augen fielen sofort auf einen massiven, ledergebundenen Band, der auf einem kleinen Pult in der Mitte des Raumes lag.

Sein Einband war dunkelrot, und in Goldlettern stand der Titel: “Die Rabenstein-Chronik – Vollständige Ausgabe”.

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