Chapter 5: Die Falle schnappt zu

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Lea kämpfte verzweifelt mit ihrem Handy, ihre Finger glitten über den Bildschirm, unfähig, die Kontrolle wiederzuerlangen. Sie versuchte, den Livestream zu beenden, aber in ihrer Panik gelang es ihr nicht. Die Zahl der Zuschauer explodierte, Kommentare rasten über den Bildschirm – eine Flut von Entsetzen und Empörung, die sich wie ein Lauffeuer verbreitete.

Meine Mutter, Margarete, hatte sich wieder halb aufgerichtet, ihr Blick war jetzt nicht mehr nur blass, sondern stahlhart, voller Verachtung. „Das ist eine Inszenierung! Eine Lüge! Das alles ist gefälscht! Sie werden uns nichts beweisen können!“

Mein Vater Thomas versuchte, eine Hand auf ihren Arm zu legen, um sie zu beruhigen, aber sie schlug sie weg. „Fass mich nicht an! Du hast das alles zugelassen! Du bist schwach!“

Die Harmonie der Lüge, die sie so lange aufrechterhalten hatten, zerbrach in diesem Moment in tausend Scherben. Ihre eigene Schuld fraß sie von innen auf.

Frau Dr. Richter hob erneut eine Hand, um die aufgeheizte Stimmung zu dämpfen. „Das hier ist keine Inszenierung, Frau Schuster. Das hier ist die Wahrheit. Und wir haben die Beweise dafür.“ Sie nickte mir zu. „Clara, bitte. Es ist Zeit.“

Ich nahm das Tablet entgegen, das mir ein Ermittler reichte. Seine Oberfläche war kühl in meiner Hand. Darauf war der digitale Ordner geöffnet, den Jakob und ich in den letzten Wochen gefüllt hatten. Er enthielt nicht nur Oma Helgas wahren Willen, sondern auch die lückenlosen Beweise ihrer Verbrechen, systematisch und unwiderlegbar.

Ich drehte das Tablet so, dass die Kamera von Leas Handy es einfangen konnte, aber auch die Augen meiner Eltern. Sie sollten alles sehen, jedes einzelne Detail ihrer Schande.

„Hier ist Oma Helgas wahrer letzter Wille, noch einmal, digital hinterlegt und notariell beglaubigt“, sagte ich, meine Stimme war fest und klar, ohne einen Hauch von Zögern. Ich wischte auf dem Bildschirm. „Hier sind die Transaktionsnachweise, die zeigen, wie Gelder aus Oma Helgas Vermögen auf private Konten und auf Offshore-Konten umgeleitet wurden – noch bevor das gefälschte Testament überhaupt ‚gültig‘ war. Das war ein langfristiger Plan.“

Ich tippte weiter auf dem Bildschirm. „Und hier sind die E-Mails mit Herrn Gruber. Nicht nur die, die Jakob gefunden hat, sondern auch weitere Korrespondenz, die seine aktive Rolle bei der Fälschung und der Vertuschung belegt. Er war ein williger Komplize.“

Auf dem Bildschirm erschienen Grafiken, die zeigten, wie die Gelder geflossen waren. Pfeile, die vom Konto Oma Helgas zu Offshore-Briefkastenfirmen zeigten, die wiederum auf Konten meiner Eltern endeten. Daneben, in einer chronologischen Liste, die E-Mails, fein säuberlich archiviert.

Margarete schloss die Augen, als sähe sie die Beweise direkt in ihrem Inneren brennen. Thomas wankte, seine Knie drohten zu versagen. Lea, die nun den Livestream wieder auf mich gerichtet hatte, atmete schwer, ihre Fassung war endgültig dahin.

„Hier sehen Sie“, sagte ich, und meine Stimme wurde lauter, als ich auf eine bestimmte Zeile tippte, die eine große Summe enthielt, „wie am 15. März, zwei Wochen nach Oma Helgas Tod, eine Summe von 500.000 Euro von einem ihrer Sparkonten auf ein Konto in Panama überwiesen wurde. Dieses Konto gehört einer Firma, deren einziger Direktor – wie wir hier sehen können – Ihr Vater, Thomas Schuster, ist.“

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