Chapter 8: Der Verfall der Wurzeln

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Die Enthüllung in Antons Arbeitszimmer war nur der Anfang einer Lawine, die die Familie Reimers unter sich begraben sollte.

Keine zwei Tage später klingelte mein Telefon ununterbrochen.

Es waren keine Drohanrufe mehr, sondern besorgte Investoren, Geschäftspartner, die ich von Antons Kontakten kannte.

“Frau Weber, sind die Gerüchte wahr?”, fragte ein gewisser Herr Müller, ein langjähriger Teilhaber der Rabenstein Erben GmbH, dessen Stimme vor Panik zitterte.

“Ist Herr Anton wirklich… unfruchtbar? Und die Kinder nicht seine?”

Ich wusste, dass die Neuigkeiten sich wie ein Lauffeuer verbreitet hatten.

Antons Anwälte, die mich noch vor Tagen einschüchtern wollten, hatten nun alle Hände voll zu tun, die Krise einzudämmen.

“Ich kann die medizinischen Berichte und die Aussagen von Herrn Gruber bestätigen”, sagte ich ruhig.

“Die Rabenstein-Chronik spricht zudem von einem Fluch, der die männliche Linie seit Jahrhunderten heimsucht.”

Am anderen Ende der Leitung war ein ersticktes Geräusch zu hören.

“Ein Fluch? Das ist doch Wahnsinn!”

“Wahnsinn oder nicht, Herr Müller, es ist die Wahrheit, die Antons Taten erklärt”, erwiderte ich.

Die “Rabenstein Erben GmbH” geriet in eine sofortige Liquiditätskrise.

Investoren zogen ihre Gelder ab, Banken drohten mit der Kündigung von Kreditlinien.

Antons Ruf war unwiederbringlich zerstört, sein Name wurde zum Synonym für Betrug und Aberglaube.

Das Medieninteresse war immens.

Artikel erschienen in Regionalzeitungen und überregionalen Blättern, die von “Schatten über Schloss Rabenstein” und einem “jahrhundertealten Fluch” berichteten, der nun die einst so angesehene Familie heimsuchte.

Jeder, der die Reimers kannte, wusste nun um die dunkle Wahrheit.

Doch die tiefsten Konsequenzen waren die rechtlichen.

Alte, mysteriöse Klauseln in den Besitzurkunden der Rabenstein-Ländereien wurden aktiviert.

Sie sprachen von der “Reinheit des Blutes” und der “rechtmäßigen Erblinie”, die bei Verstößen dazu führen würde, dass der Großteil des Besitzes an eine Stiftung fallen würde.

Anja rief mich an, ihre Stimme war voller Besorgnis.

“Clara, die Anwälte der Stiftung haben sich gemeldet. Sie wollen eine umfassende Überprüfung der Erbfolge.”

“Das bedeutet, dass Antons Betrug ihn sein gesamtes Erbe kosten könnte”, stellte ich fest.

“Und Therese Reimers auch.”

“Exakt. Die Klauseln sind wasserdicht, wenn nachgewiesen werden kann, dass die angebliche männliche Linie nicht rein ist. Das ist der ultimative Schachzug in diesem Familiendrama.”

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