Chapter 7: Der schwarze Spiegel

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Am nächsten Tag forderte ich Anton zu einem letzten Gespräch in seinem Arbeitszimmer in Schloss Rabenstein auf.

Der Raum war erfüllt vom Geruch alten Leders und Antons Lieblingswhisky, dessen Duft nun einen bitteren Beigeschmack hatte.

Er saß hinter seinem massiven Schreibtisch, Lena stand etwas abseits.

Ihre Augen funkelten mich voller Triumph an.

“Clara, ich dachte, wir hätten alles gesagt”, begann Anton mit seiner gewohnt überheblichen Art.

“Was soll das noch?”

“Das hier”, sagte ich und legte einen schweren, versiegelten Umschlag auf seinen Schreibtisch.

Es war derselbe Umschlag, den ich beim ersten Treffen nach seiner Rückkehr auf den Tisch gelegt hatte, jetzt neu gefüllt.

“Dies ist das letzte Kapitel unserer Geschichte, Anton.”

Er lachte spöttisch.

“Drohungen? Ich habe meine Anwälte. Sie wissen, dass ich die Scheidung durchbekomme.”

“Es geht nicht um die Scheidung”, erwiderte ich ruhig.

“Es geht um die Wahrheit. Die Wahrheit über dich, deine Familie und die Kinder, die du so verzweifelt haben wolltest.”

Lena trat näher.

“Hören Sie auf, Lügen zu verbreiten. Die Kinder sind Antons Erben.”

“Öffne den Umschlag, Anton”, sagte ich, ignorierte Lena völlig.

Anton zögerte.

Er musterte mich, eine Mischung aus Verachtung und einem Hauch von Unsicherheit in seinem Blick.

Dann griff er nach dem Umschlag, brach das Siegel mit einer hastigen Bewegung und zog den ersten Stapel Dokumente heraus.

**Schicht 1 (Medizinisch):**

Er sah die Überschrift.

“Medizinischer Befundbericht…”

Seine Augen huschten über die Seiten, bis er bei der Diagnose ankam.

“Absolute und unwiderlegbare Azoospermie.”

Sein Gesicht wurde kreidebleich.

Er stieß ein leises Keuchen aus, als wäre ihm die Luft genommen worden.

“Das… das ist unmöglich”, flüsterte er.

“Das ist ein Fehler.”

“Ein Fehler, der von einem unabhängigen Spezialisten in München erneut bestätigt wurde, den ich beauftragt habe”, stellte ich klar.

“Er hat Ihren alten Befund geprüft und eine neue Untersuchung durchgeführt. Die Ergebnisse sind identisch.”

Anton starrte auf das Papier, seine Finger zitterten.

Lena trat vor, riss ihm das Dokument aus der Hand.

“Das ist eine Fälschung!”, rief sie hysterisch.

“Eine billige Lüge, um Anton zu diskreditieren!”

Ich schüttelte den Kopf.

“Antons eigener Arzt von vor fünfzehn Jahren bestätigt es. Und die Rabenstein-Chronik auch.”

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