Am Flughafen sah der frisch verheiratete Julian Voss seine Ex-Freundin mit einem Kind, dessen Augen seine eigenen spiegelten – eine Wahrheit, die seine gesamte Karriere zerstören könnte.
Das Telefon klingelte mitten in der Nacht, und Finns Name blitzte auf dem Display auf. Mein Herz schlug sofort schneller. Ich wusste, dass er mich nur unter diesen Umständen anrufen würde, wenn es dringend war.
„Julian, du musst mich hören“, sagte Finn, seine Stimme war gepresst und eilig.
„Helga plant etwas Großes. Eine öffentliche Sache.“
Ich sprang aus dem Bett, das Adrenalin schoss mir durch die Adern.
„Was ist los?“ fragte ich, meine Stimme war rau vom Schlaf.
„Sie hat eine ‚Diskrepanz‘ gefunden“, erwiderte Finn, der Hohn war unüberhörbar.
„In den Reisekostenabrechnungen von Claras ehemaligem Startup. VividTech Solutions.“
Mein Magen zog sich zusammen. Reisekostenabrechnungen. Das klang nach einer Lappalie, aber ich wusste, dass Helga aus jeder Mücke einen Elefanten machen konnte, wenn es ihren Zwecken diente. Besonders, wenn es darum ging, jemanden öffentlich zu diskreditieren.
„Sie droht, das zu veröffentlichen“, fuhr Finn fort.
„Über ihre Kanäle in der Wirtschaftspresse. Um Claras Ruf zu schädigen. Und indirekt auch deinen.“
Es war der Beginn von Helgas öffentlicher Schmutzkampagne, genau wie es die Eskalation vorgesehen hatte. Sie wollte nicht nur Clara schaden, sondern auch mich stoppen, indem sie meine Glaubwürdigkeit präventiv zerstörte. Meine Suche nach der Wahrheit sollte im Keim erstickt werden.
„Sie wird es als Beweis dafür darstellen, dass Claras Firma von Anfang an korrupt war“, erklärte Finn, seine Stimme klang resigniert.
„Und dass du blind für solche Dinge bist. Eine schlechte Urteilsfähigkeit hast.“
Ich spürte, wie die Wut in mir aufstieg. Das war eine gezielte Verleumdung, ein weiterer Schlag unter die Gürtellinie. Helga wollte nicht nur Clara ruinieren, sie wollte sicherstellen, dass niemand uns beiden jemals wieder glauben würde. Es war eine umfassende Attacke auf unsere Reputation.
„Hast du mehr Details?“ fragte ich, versuchte, meine Stimme ruhig zu halten.
„Es geht um ein paar hundert Euro für angeblich nicht belegte Hotelübernachtungen und Taxifahrten“, sagte Finn.
„Kleinere Beträge, aber sie werden es als Muster von Misswirtschaft darstellen. Eine Veruntreuung.“
Hundert Euro. Eine lächerliche Summe im Vergleich zu den Millionen, die durch Helgas Hände gingen. Aber Helga wusste, dass es nicht um die Summe ging, sondern um das Narrativ. Das Narrativ der Korruption, das an einer jungen Frau haften bleiben würde, die es gewagt hatte, sich in ihren Weg zu stellen.
„Woher weißt du das alles, Finn?“ wollte ich wissen.
„Ich habe noch Kontakte in der PR-Abteilung“, erklärte er.
„Helgas Team hat bereits Pressemitteilungen vorbereitet. Sie warten nur auf ihren Befehl, sie zu verschicken.“
Die Vorstellung, dass Helga bereit war, solche Schmutzkampagnen zu starten, um ihre Spuren zu verwischen, war entsetzlich. Sie kannte keine Grenzen, wenn es um die Wahrung ihrer Macht ging. Ihr Spiel war gnadenlos.
„Das ist ein direkter Angriff auf Clara“, sagte ich, meine Stimme war hart.
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