Chapter 10: Vanessas Rolle

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Bei Seeblicks Sommerfest demütigte ihr Mann Charlotte öffentlich – doch sein Fehler war, ihre Stärke zu unterschätzen

Chapter 1: Die rote Antwort

Chapter 2: Der versteckte Hinweis

Chapter 3: Das leere Versprechen

Chapter 4: Sabines Entdeckung

Chapter 5: Die Drohung

Chapter 6: Leos Angst

Chapter 7: Die alte Freundschaft

Chapter 8: Die Sabotage

Chapter 9: Die Suche

Chapter 10: Vanessas Rolle

Chapter 11: Leos Last

Chapter 12: Die Wahrheit kommt ans Licht

Chapter 13: Der stille Verrat

Chapter 14: Die leere Wohnung

Chapter 15: Leos Schweigen

Chapter 16: Ein stiller Morgen

Nach unserer nächtlichen Suche in Ethans Arbeitszimmer waren wir beide erschöpft, aber voller neuer Energie. Die gefundenen Hinweise, die unklaren Überweisungen und die kryptische Notiz „Roth – G.S.“ ließen uns nicht los. Sabine nahm sich die Kontoauszüge vor, ihre Augen klebten an den Zahlenreihen und Namen. Ihr Talent, Muster in Finanzdaten zu erkennen, war beeindruckend.

Ich saß ihr gegenüber, meine Tasse Kaffee wurde kalt. Ich konnte kaum einen klaren Gedanken fassen, so sehr beschäftigten mich die neuen Informationen. Ethan war in etwas viel Größeres verwickelt, als ich geahnt hatte.

„Charlotte, schau mal hier“, sagte Sabine plötzlich, ihre Stimme war scharf vor Konzentration. Sie schob mir einen Kontoauszug über den Tisch. „Diese Überweisungen, die wir gesehen haben, die unregelmäßigen… ich habe sie zurückverfolgt.“

Mein Blick fiel auf den Auszug. Die Empfängernamen waren die gleichen, die wir auf Ethans Notiz gefunden hatten, aber die Absender waren neu.

„Es führt zu einem Konto, das auf Vanessas Namen läuft“, sagte Sabine, ihre Augen blitzten. „Nicht nur ihr eigenes Geld. Sie agiert als Mittelsfrau.“

Mein Magen zog sich zusammen. Vanessa. Die Frau, die mir öffentlich Wein über das Kleid gekippt hatte, die in mein Geschäft eindringen wollte, war tief in Ethans Machenschaften verstrickt. Sie war keine unwissende Geliebte, die nur die Vorteile der Affäre genoss. Sie war eine aktive Komplizin, ein Teil des Betrugs.

Sabine deutete auf eine Reihe von Abbuchungen und Einzahlungen auf dem Auszug. „Hier werden Gelder vom Seeblick-Entwicklungsfonds abgezweigt. Dann landen sie auf diesem Konto von Vanessa. Von dort aus werden sie auf verschiedene andere Konten weitergeleitet, oft in kleineren Summen, um die Spur zu verwischen.“

Sie sah mich mit ernster Miene an. „Sie hat das Geld gewaschen, Charlotte. Nicht nur für sich selbst, sondern um Ethans betrügerische Gewinne zu verschleiern.“

Die Erkenntnis traf mich wie ein Schlag. Vanessa war nicht nur eine Verführerin, sie war eine Kriminelle. Sie hatte wissentlich und vorsätzlich von der Ausplünderung des Gemeindevermögens profitiert. Ihre Versuche, meine Boutique zu übernehmen, waren keine spontane Geste gewesen, sondern Teil eines größeren Plans, mich finanziell vollständig zu eliminieren und ihre eigene Position in diesem kriminellen Geflecht zu sichern. Es war eine zutiefst böswillige und persönliche Verwicklung, die Vanessas wahre Natur offenbart.

„Sie hat also alles gewusst?“, fragte ich, meine Stimme war kaum mehr als ein Hauchen.

„Sie war aktiv beteiligt“, bestätigte Sabine. „Diese Überweisungen sind zu komplex, als dass sie zufällig wären. Sie ist keine naive Geliebte, Charlotte. Sie ist eine Komplizin, eine Finanzberaterin des Verbrechens. Sie hat Ethan sogar zu riskanten Geschäften angestiftet, in der Annahme, sie würden davon profitieren.“

Die Vorstellung, dass diese Frau, die ich als eine oberflächliche Nebenbuhlerin abgetan hatte, so tief in die kriminellen Machenschaften meines Mannes verstrickt war, war erschütternd. Sie war nicht nur von der Affäre profitiert, sondern hatte aktiv dazu beigetragen, die Gemeinde und meine Familie zu ruinieren. Ihre Gier war grenzenlos, ihre Skrupellosigkeit erschreckend.

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