Mit den Fotos der Beweismittel auf meinem Handy rief ich Lena an. Meine Stimme war ein eisiges Flüstern, als ich ihr die Details der gefälschten Vollmacht, des Kreditantrags und vor allem von Markus’ handschriftlicher Notiz schilderte. Am anderen Ende der Leitung herrschte zuerst absolute Stille.
“Clara”, sagte Lena schließlich, ihre Stimme war kaum wiederzuerkennen, so voller Wut. “Das ist abscheulich. Absolut abscheulich.”
Ich spürte eine kalte Bestätigung. Lenas Reaktion war genau das, was ich erwartet hatte.
“Was machen wir jetzt?”, fragte ich. Ich war bereit für alles.
“Das ist Urkundenfälschung, Betrug und versuchter Immobilienraub”, sagte Lena. “Mit Markus als Komplizen. Das ist ein Fall für die Polizei.”
Meine Kehle war trocken. Die Polizei. Es wurde ernst.
“Ich brauche die Fotos, Clara”, sagte Lena. “Schick mir alles. Ich werde sofort eine Anzeige vorbereiten und die Behörden informieren. Wir müssen verhindern, dass sie diesen Kredit jemals bekommen oder dein Haus übertragen.”
Ich schickte ihr die Fotos. Jedes Bild war ein Schlag in mein eigenes Herz.
“Die Luxemburger Privatbank muss auch informiert werden”, fuhr Lena fort. “Sie sind hier zwar auch Opfer, aber sie würden den Kredit mit deinem Haus als Sicherheit vergeben. Das müssen wir sofort stoppen.”
Ich stimmte ihr zu. Ich war bereit, alles zu tun.
“Clara, du musst jetzt sehr stark sein”, sagte Lena. “Wenn sie merken, dass du etwas unternommen hast, werden sie wütend sein. Und gefährlich.”
Ich wusste es. Ich spürte es bis in die Knochen.
“Ich bin bereit”, sagte ich. Meine Stimme war fest.
“Ich komme so schnell wie möglich zu dir”, sagte Lena. “Versuche, ruhig zu bleiben. Tu so, als wäre nichts geschehen. Aber sei auf alles gefasst.”
Wir beendeten das Gespräch. Ich lehnte mich gegen die Wand. Mein Herz raste.
Die Beweise waren da. Die gefälschte Vollmacht, der €240.000-Kreditantrag der Rheinblick Immobilien GmbH an die Luxemburger Privatbank, mein Haus als Sicherheit, und vor allem Markus’ handschriftliche Notiz: “Ich habe die Unterschrift geübt, es sollte diesmal klappen. Halte dich an den Plan. Unsere Zukunft hängt davon ab.”
Das war der ultimative Verrat. Mein Ehemann, der aktiv meine Enteignung plante.
Ich spürte eine Schicht kalten Schweiß auf meiner Haut. Ich blickte auf mein Handy. Die Fotos der Beweise waren nun in Lenas Händen.
Der Prozess war in Gang gesetzt. Es gab kein Zurück mehr.
Ich konnte die Vorstellung kaum ertragen, dass ich unter demselben Dach lebte wie die Männer, die mich ruinieren wollten.
Ich musste mich jetzt auf die bevorstehende Konfrontation vorbereiten. Ich wusste, dass sie kommen würde.
Es war nur eine Frage der Zeit.
Ich ging ins Wohnzimmer und setzte mich auf das Sofa. Ich versuchte, meine Gedanken zu ordnen.
Ich stellte mir vor, wie Markus und Elias in diesem Moment arglos ihre Geschäfte besprachen, nicht ahnend, dass ihr Plan aufgeflogen war.
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