Nach Elias’ Abführung durch die Polizei herrschte eine beklemmende Stille im Wohnzimmer. Markus stand wie angewurzelt da, sein Gesicht war aschfahl, seine Augen starrten ins Leere. Lena hielt mich fest, ihre Hand lag beruhigend auf meinem Arm.
“Markus Richter”, sagte der zweite Polizeibeamte, seine Stimme war kühl und autoritär. “Wir müssen auch mit Ihnen sprechen. Die Beweise deuten auf eine Beteiligung am versuchten Betrug hin.”
Markus zuckte zusammen, als wäre er aus einem Traum gerissen worden. Er blickte zu mir, dann zu Lena, seine Augen waren voller Panik.
“Ich… ich weiß von nichts”, stammelte er. “Ich habe meinem Bruder nur helfen wollen. Das war ein Missverständnis.”
Lena trat vor. Ihr Blick war scharf wie ein Messer.
“Ein Missverständnis, Herr Richter?”, fragte sie. “Sie haben die Unterschrift Ihrer Frau geübt. Das ist keine Hilfe, das ist Komplizenschaft bei Urkundenfälschung.”
Markus sank auf einen Sessel. Er vergrub sein Gesicht in den Händen.
“Clara, bitte”, flehte er. Seine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. “Ich flehe dich an. Bitte sag ihnen, dass ich nichts wusste. Dass ich nur Elias helfen wollte.”
Seine Worte waren ein Stich ins Herz. Selbst jetzt versuchte er noch, mich zu manipulieren, mich vor den Bus zu werfen, um seine eigene Haut zu retten.
“Du hast mich belogen, Markus”, sagte ich, meine Stimme war fest. “Du hast versucht, mein Haus zu stehlen. Meine Existenz zu zerstören.”
Er hob den Kopf. In seinen Augen sah ich keine Reue, nur Selbstmitleid.
“Aber wir sind doch verheiratet, Clara!”, rief er. “Das ist doch unser Haus! Ich wollte nur, dass wir finanziell abgesichert sind!”
Lena lachte spöttisch. Ein kurzes, scharfes Geräusch.
“Ihr Haus, Herr Richter?”, fragte sie. “Das Haus gehört Clara Becker allein. Und Ihre Absicherung hätten Sie mit einem gigantischen Kredit auf ihr Eigentum erreicht, der ihre Existenz ruiniert hätte.”
Der Beamte notierte alles. Er bat Markus, mit ihm zur Wache zu kommen, um eine Aussage zu machen.
Markus weigerte sich zunächst. Er versuchte, sich herauszureden.
“Ich habe doch nichts getan!”, rief er. “Ich war nur dumm! Ich wollte Elias nur unterstützen!”
“Sie werden mitkommen, Herr Richter”, sagte der Beamte bestimmt. “Andernfalls müssen wir Sie unter Zwang mitnehmen.”
Markus wusste, dass er keine Wahl hatte. Er stand auf, seine Schultern waren gebeugt.
Er blickte noch einmal zu mir. Ein flehender Blick.
Ich erwiderte seinen Blick. In meinen Augen war keine Vergebung. Nur die kalte, harte Wahrheit.
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